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MMTV kann auch menschliche Zellen infizieren

02.08.2005


Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs weiter unklar



Eine Gruppe von Wissenschaftlern des Christian Doppler (CD) Labors für gentherapeutische Vektorentwicklung an der Veterinärmedizinischen Universtität Wien hat nachgewiesen, dass das Maus-Brustkrebsvirus MMTV (Mouse Mammary Tumor Virus) auch menschliche Zellen infizieren kann. Das MMTV löst bei Mäusen Brustkrebs aus. Allerdings lasse die Tatsache, dass es auch bei menschlichen Zellen zu einer Infektion mit MMT kommen kann noch nicht den Schluss zu, dass das Virus auch an der Entstehung von menschlichem Brustkrebs beteiligt ist.

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Die Wissenschaftler haben verschiedene menschliche Zellen - zum Beispiel Brust- oder Gebärmutterhalsgewebe - im Labor mit rekombinanten MMT-Viren infiziert. Dabei konnte beobachtet werden, dass sich die Viren nicht nur vermehrten, sondern auch weitere Zellen infizierten. Im besten Fall war die Effizienz vergleichbar mit jener, die bei der Infizierung von Mäuse-Zellen erreicht wird. Im schlechtesten Fall war sie zehn Mal niedriger. Die Infizierung gelingt nur, wenn das MMT-Virus eine intakte Hülle besitzt.

Der Verdacht, dass MMT-Viren an der Entstehung von menschlichem Brustkrebs beteiligt sind, besteht bereits seit den siebziger Jahren, denn in 37 bis 43 Prozent aller untersuchten menschlichen Brusttumorgewebeproben konnten MMTV-Gensequenzen nachgewiesen werden. Gesundes Brustgewebe dagegen ist frei von derartigen Virussequenzen. Andere Studien kamen allerdings zu dem Schluss, dass MMTV nicht den passenden "Schlüssel" für die Infizierung von menschlichen Zellen habe. Die Entdeckung des CD-Labors kann nun dazu führen, dass die Diskussion um die Beteiligung des Virus bei der Entstehung von Brustkrebs wieder neu angefacht wird.

"Das MMTV kann ein unauffälliger Passagier in der menschlichen DNA sein, aber möglicherweise auch einer der Gründe für die Entstehung des Brustkrebs", sagte Francoise Rouault, Leiterin der MMTV-Gruppe am CD-Labor. "Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen." Sicher sei lediglich, dass MMT-Viren im Immunsystem des Wirtes große Löcher hinterlassen, welche die Fähigkeit des Immunsystems, Krebszellen zu erkennen und abzuwehren, verringern könnten. Für die Entwicklung von Diagnose- und Therapieverfahren wäre der Nachweis, dass MMT-Viren tatsächlich Brustkrebs auslösen, von signifikanter Bedeutung.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Cancer Research nachzulesen.

Silke Welteroth | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.vu-wien.ac.at
http://cancerres.aacrjournals.org/

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