Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hypnose beeinflusst kognitive Fähigkeiten

28.06.2005


Magnetresonanz macht Veränderungen sichtbar



Forscher der Cornell-University in New York haben festgestellt, dass Hypnose gewisse Hirnfunktionen nachhaltig beeinflussen kann. Gehirnscans, die mit Hilfe von Magnetresonanz angefertigt wurden, haben den Beweis geliefert, berichtet das Forscherteam um Amir Raz vom Weill Medical College der Cornell University in der Online Ausgabe des Wissennschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).

... mehr zu:
»Hypnose »Suggestion


Der Versuch an 16 Freiwilligen, darunter acht gut Hypnotisierbaren, zeigte, dass Hypnose nicht nur das Verhalten wesentlich beeinflusst, sondern auch die Informationsverarbeitung im Gehirn stark verändern kann. "Hypnotiseure können das Verhalten ihrer Patienten verändern, sie zum Beispiel von Suchtmitteln fernhalten, oder sie zum Beispiel dazu animieren, dass sie jedes Mal, wenn sie Elvis hören, zu bellen beginnen", erklärt Raz. "Worte formen Suggestionen und Suggestionen können einen sehr wesentlichen Effekt auf die neurologischen Aktivitäten haben", führt der Experte aus. Raz und sein Team hatte die Probanden, den so genannten "Stroop-Test" machen lassen - ein Testverfahren, bei dem zum Beispiel das Wort "Blau" in roter Farbe geschrieben wird. Dabei wurden den Probanden in der Hypnose aufgetragen, sich ausschließlich auf die Farbe der Schrift, nicht aber auf das Wort selbst zu konzentrieren, wenn ein gewisses Geräusch zu hören war.

Tatsächlich konnten die acht Probanden, die gut hypnotisierbar waren, in nachfolgenden Tests wesentlich schneller und mit weniger Fehlern die Fragen beantworten. Das gelang sogar dann, wenn der Test schneller durchgeführt wurde. Die Magnetresonanz-Messungen ergaben, dass die Hirnregion namens cingulärer Cortex bei diesen Probanden weniger Aktivitäten zeigten, als bei den schlechter hypnotisierten. Der cinguläre Cortex ist eine Hirnregion, die für Planung und Konfliktlösung eine Rolle spielt. "Es ist vergleichbar mit einer Person, die eine Torte sieht, sie gerne essen will, sich aber in dem Augenblick an die Diätvorschriften des Hausarztes erinnert", führt Raz aus, der damit den Beweis erbracht hat, dass posthypnotische Suggestionen einen echten biologischen Effekt haben. "Das waren nicht nur soziale Verhaltensmuster, sondern Vorgänge im Gehirn", erklärt Raz.

Raz spekuliert damit, dass solche Suggestionen nicht notwendigerweise eine Hypnose erforderlich machen. Möglicherweise reichen wiederholte Instruktionen aus, um das Gehirn derart zu beeinflussen. Andere Experten wie Darlene Treese, Präsidentin der American Psychotherapy and Medical Hypnosis Association, fühlt sich durch die Beweise von Raz bestätigt. "Nun wird wissenschaftlich bewiesen, was wir schon lange wissen, aber aufgrund von fehlender Technologie nicht deutlich machen konnten".

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.med.cornell.edu
http://www.pnas.org
http://apmha.com

Weitere Berichte zu: Hypnose Suggestion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie