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Mikrosysteme erobern Arztpraxen und Krankenhäuser

22.06.2005


Unter der Haut implantierte Sensoren messen den Blutdruck, winzige Dosierer verabreichen die individuell abgestimmte Medikamentendosis und mit Mini-Chips analysieren Ärzte direkt am Krankenbett die Blutwerte ihrer Patienten - die Zukunft der Medizintechnik liegt in der Mikrosystemtechnik. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Situation der Medizintechnik in Deutschland im internationalen Vergleich", die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) jetzt veröffentlicht hat.



Nach der Zell- und Biotechnologie und der Informationstechnologie belegt die Mikrosystemtechnik laut der Studie Rang drei der wichtigsten zukunftsrelevanten Schlüsseltechnologien. Dies spiegelt die Grundrichtungen zukünftiger medizintechnischer Entwicklungen wieder: Computerisierung, Molekularisierung und Miniaturisierung. Gemessen am Marktvolumen der Mikrosystemtechnik in der Medizin/Biochemie von weltweit ca. 10,7 Mio. $ (2002), aber auch aufgrund des hohen und aktiven Organisationsgrads der beteiligten Unternehmen und Institute wird die Mikrosystemtechnik als reife Technologie eingestuft.



Dennoch bleibt noch einiges zu tun: Da technisch-wissenschaftliche Grundfragen bereits weitgehend beantwortet sind, muss nun die Umsetzung vorhandenen Wissens in Produkte beschleunigt werden, so die Autoren der Studie. Das Schlüsselelement für die Weiterentwicklung der Mikrosystemtechnik sehen sie im Technologietransfer auf neue Anwendungsfelder. Dazu gehören unter anderem:

  • Implantierte Mikrosysteme (passiv, sensorisch, aktiv, neuronal, telemetrisch)

  • In-vitro Diagnostik (DNA- und Protein-Chip, Lab-on-Chip, Mikrofluidik, Point-of-Care, Zelldiagnostik)
  • Drug-Delivery (Mikrozerstäuber, Mikrodosierer, Mikroinjektion)

Die Mikrosystemtechnik ermöglicht die für diese Anwendungen nötige Miniaturisierung und nimmt damit für die nähere Zukunft der Medizintechnik eine herausragende Position ein.

Die 2004 vom BMBF in Auftrag gegebene Studie wurde von der DGBMT im VDE, dem Aachener Kompetenzzentrum Medizintechnik AKM und der AGIT durchgeführt. Sie finden die 24-seitige Zusammenfassung sowie die komplette Medizintechnik-Studie (rund 900 Seiten) unter www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/919.php.

Wiebke Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de

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