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Durchtritt von Arzneimitteln ins Gehirn diskutiert

12.05.2005


60 Fachleute aus Deutschland, England und den USA kamen in Heidelberg zum "Blut-Hirn-Schranke-Expertentreffen" zusammen, um über aktuelle Fragen des Durchtritts von Arzneimitteln ins Gehirn zu diskutieren



Anfang des Monats trafen sich auf Einladung der Abteilung Technologie und Pharmakologie des Instituts für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie (IPMB) der Universität Heidelberg unter Leitung von Prof. Fricker bereits zum siebten Mal 60 Fachleute aus Deutschland, England und den USA zum "Blut-Hirn-Schranke-Expertentreffen", um über aktuelle Fragen des Durchtritts von Arzneimitteln ins Gehirn zu diskutieren.

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Die Blut-Hirn-Schranke wird von Kapillargefäßen des Gehirns gebildet und schottet das zentrale Nervensystem vor giftigen und potentiell schädlichen Substanzen ab. Dies hat leider auch zur Folge, dass nur wenige Arzneistoffe diese Barriere durchdringen können. Mehr als 98% aller niedermolekularen und fast alle hochmolekularen Wirkstoffe wie rekombinante Proteine, Antikörper oder Gentherapeutika sind nicht in der Lage, diese Gefäßwand zu überqueren. Damit werden neue therapeutische Strategien zur Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems - wie Parkinsonscher Krankheit, neurodegenerativen Störungen, Epilepsie, HIV-bedingten Enzephalopathien, Infektionen oder Gehirntumoren - erheblich erschwert.

Die Struktur der zellulären Verbindungsstücke, der sogenannten Tight Junctions, wurde ebenso diskutiert wie neue Darreichungssysteme auf der Basis von Polymer-Nanopartikeln oder Liposomen, die in der Lage sind, die Schranke zu durchdringen und ansonsten nicht ZNS-gängige Wirkstoffe in ausreichender Menge ins Gehirn einzuschleusen.

Besonderer Schwerpunkt war die Regulation von ABC-Transportproteinen, einer Klasse von Transportproteinen, die Fremdstoffe aus der Blut-Hirn-Schranke zurück ins Blut transportieren. In mehreren Vorträgen wurde aufgezeigt, dass diese Proteine auch eine besondere Rolle bei der Krankheit Epilepsie spielen, weil sie hochreguliert werden und dann zur Therapieresistenz vieler Patienten führen können. Die Untersuchung von Polymorphismen dieser Proteine erlaubt möglicherweise auch eine Vorhersage zur Therapieresistenz bei depressiven Erkrankungen.

Das Treffen bot eine ausgezeichnete Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch von Teilnehmern aus Hochschule und Industrie und eröffnete Wissenschaftlern des IPMB neue Möglichkeiten der Kooperation mit der Pharmaindustrie. Der Erfolg der Tagung wird sicher zu einer Neuauflage im Jahr 2006 führen.

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de/

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