Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Morbus Werlhof: GlaxoSmithKline forscht an einem Wirkstoff gegen die seltene Autoimmunerkrankung

03.05.2005


Idiopathische Thrombozytopenie - auch Morbus Werlhof genannt - ist eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Blutplättchen (Thrombozyten) angreift. Dabei heften sich Antikörper an die Oberfläche dieser für die Blutgerinnung zuständigen Blutkörperchen. Diese bleiben dann im feinmaschigen Blutgefäßsystem der Leber und Milz hängen und werden dort vorzeitig abgebaut. Das führt dazu, dass die Zahl der Thrombozyten im Blut dann verringert ist und es zu Störungen des Blutgerinnungssystems kommt.



Forscher von GlaxoSmithKline (GSK) entwickeln eine neue Substanz, einen Thrombopoetin-Agonisten, der die Thrombozytenzahl wieder erhöhen soll. Erste Studien mit gesunden Probanden haben gezeigt, dass die Gabe des Thrombopoetin-Agonisten die Thrombozyten um eine Zahl von etwa 100/µl ansteigen lassen kann. "Das wäre ein neuer Therapieansatz und eine neue Hoffnung in der Therapie dieser seltenen Erkrankung", so Dr. Jürgen Dethling, Fachbereichsleiter Infektiologie, Virologie und Onkologie bei GSK.



In Deutschland erkranken jährlich ca. 500-1.000 Kinder und 1.300-2.000 Erwachsene an ITP. Betroffen sind vor allem junge Frauen. Ein Teil der Patienten hat keine Symptome und die Krankheit wird zufällig während einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Andere Patienten müssen wegen akuten Blutungen sofort in die Klinik. Ein typisches Merkmal der ITP sind kleine rötlich-braune "flohstichartigen" Flecken, die so genannten "Petechien", die meistens zuerst an den Sprunggelenken und Unterschenkeln bemerkt werden. Erste Zeichen können auch "blaue Flecken" sein, die schon bei leichtem Anstoßen entstehen und sich sogar bis zu großen Blutgerinnseln ausdehnen können. Ein weiteres Indiz ist verstärktes Nasen- oder Zahnfleischbluten; bei Frauen auffällig starke Monatsblutungen. Im Extremfall können Blutungen im Magen-Darm-Trakt oder sogar lebensgefährliche Hirnblutungen auftreten. Jedes Jahr sterben ein bis drei Prozent der Patienten.

Ursache der Erkrankung ist eine fehlerhafte Aktivierung des Immunsystems, das sich dann gegen die körpereigenen Thrombozyten richtet. Die Therapie besteht in erster Linie aus der Gabe von Medikamenten, die das Immunsystem hemmen, sowie der Infusion von Immunglobulinen. In manchen Fällen bessert sich die Erkrankung erst nach einer Entfernung der Milz. Es gibt jedoch Fälle, in denen die ITP trotz aller Maßnahmen fortbesteht.

Hier könnte der von GlaxoSmithKline entwickelte Wirkstoff Hoffnung bringen. Bevor dieser Wirkstoff zugelassen werden kann, müssen noch Studien durchgeführt werden, die die Wirksamkeit und Verträglichkeit bestätigen. Solche Studien laufen bereits in den USA. In Deutschland wird GlaxoSmithKline diese Studien ab der zweiten Jahreshälfte 2005 durchführen. Sollten diese erfolgreich sein, rechnen die GSK-Forscher damit, dass das Medikament den Patienten ab 2008 zur Verfügung steht.

Unternehmensinformation

GlaxoSmithKline - eines der weltweit führenden forschungsorientierten Arzneimittel- und Healthcare-Unternehmen - engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität, um Menschen ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen.

Ansprechpartner für Journalisten:

Sonja Luz
Wissenschafts-PR
Telefon: 089/360 44-8256
Fax: 089/360 44-8066
E-mail: Sonja.Luz@gsk.com

Florian Martius
Leiter Unternehmenskommunikation
Telefon: 089/360 44-8329
Fax: 089/360 44-8066
E-mail: Florian.Martius@gsk.com

Sonja Luz | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsk.com

Weitere Berichte zu: Autoimmunerkrankung ITP Immunsystem Morbus Thrombozyt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

nachricht Schnelltests für genauere Diagnose bei Hirntumoren
17.05.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Event News

Save the date: Forum European Neuroscience – 07-11 July 2018 in Berlin, Germany

02.05.2018 | Event News

Invitation to the upcoming "Current Topics in Bioinformatics: Big Data in Genomics and Medicine"

13.04.2018 | Event News

Unique scope of UV LED technologies and applications presented in Berlin: ICULTA-2018

12.04.2018 | Event News

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics