Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Refluxtherapie

22.04.2005


Im Rahmen einer internationalen Studie setzt die Medizinische Klinik und Poliklinik II der Universität Leipzig als einzige deutsche Einrichtung ein neues endoskopisches Gerät für die Behandlung der Refluxkrankheit ein. Das als Plicator bezeichnete Gerät vernäht einen Teil des Mageneingangs dauerhaft und verhindert so das Zurückfluten der Magensäure in die Speiseröhre.



Die als Sodbrennen oder "saures Aufstoßen" bekannte Refluxkrankheit wird verursacht durch den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre. Neben den typischen brennenden Schmerzen in der Speiseröhre kann das Sodbrennen auch einhergehen mit Schluckstörungen, einem sauren Geschmack in Rachen- und Mundraum, mit Übelkeit und sogar Erbrechen sowie mit Magen- oder Oberbauchschmerzen. Tritt Sodbrennen häufiger auf, ist medizinische Hilfe angesagt, damit es nicht erst zu einer Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut kommt.



Für die Behandlung der Refluxkrankheit kann der Arzt Medikamente verordnen, sogenannte Protonenpumpenblocker, welche die Bildung der Magensäure hemmen. Da die Refluxkrankheit aber eine chronische Erkrankung ist, müssen die Patienten die Medikamente in der Regel jahrelang, zum Teil lebenslang einnehmen. Alternativ kann in Ausnahmefällen durch eine Operation der Übergang von Speiseröhre und Magen eingeengt werden, allerdings mit all den Nachteilen einer Operation.

Um den beiden Problem - lebenslange Tabletteneinnahme bzw. Operation - zu entgehen wurden verschiedene endoskopische Techniken entwickelt. Versuche, den operativen Eingriff durch eine endoskopische Verstärkung des Schließmuskels zu ersetzen, brachten bisher keinen anhaltenden Erfolg.

Im Rahmen einer internationalen nordamerikanisch-europäischen Studie mit zwei europäischen Zentren in Brüssel und Leipzig wurde jetzt eine neue endoskopische Anti-Reflux-Therapie eingeführt, deren komplexe Herangehensweise nach allen bisherigen Erfahrungen erfolgsversprechend zu sein scheint: Mit Hilfe eines Endoskops wird ein spezieller endoskopischer Nahtapparat mit zwei krampenartigen Rundungen am Ende in den Magen vorgeführt. Mit Hilfe einer Fassvorrichtung wird ein Teil der Magenwand am Übergang zur Speiseröhre in den geöffneten Klammerapparat hineingezogen. Der halbautomatische Nahtapparat ermöglicht dann durch ein Schließen der beiden Klammern eine Vollwandnaht und somit eine deutliche Einengung des Mageneingangs. Die Kürze des ambulanten Eingriffs zusammen mit der Vollwandnaht sind die wesentlichen Vorteile dieser Methode.

"Erstmals sind die Nähte von Dauer", erklärt Prof. Dr. Karel Caca, Medizinische Klinik II der Universität Leipzig, den Erfolg des Plicators. "Patienten mit starkem Sodbrennen kann erstmals dauerhaft geholfen werden. Weil wir diese Therapie zur Zeit noch im Rahmen einer Studie anbieten, ist sie kostenlos. Ein weiterer Vorteil: Der Eingriff kann ambulant und in Kurznarkose durchgeführt werden. Die Patienten können noch am selben Tage die Klinik verlassen."

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~medkl2/

Weitere Berichte zu: Plicator Refluxkrankheit Sodbrennen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie