Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elastischer Metallring verbessert Brustkrebs-Behandlung

14.04.2005


Kooperationspreis des Landes Niedersachsen für gemeinsame Entwicklung des Bereichs Human-medizin der Universität Göttingen und der Firma Labotect Labor-Technik-Göttingen GmbH

... mehr zu:
»Gynäkologie

Das Land Niedersachsen hat die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe des Bereichs Humanmedizin der Universität Göttingen für ihre erfolgreiche Kooperation bei der Entwicklung eines neuen Tumor-Markierungssystems bei Brustkrebs ausgezeichnet. Oberarzt Dr. Abdolhamid Huschmand Nia und Prof. Dr. Günter Emons, Direktor der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe, haben zusammen mit der Firma Labotect Labor-Technik-Göttingen GmbH am (heutigen) Mittwoch den zweiten Preis des Kooperationspreises des Landes Niedersachsen 2004 erhalten. Der Preis wurde auf der Hannover Messe durch die Staatssekretäre des Nieder-sächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur überreicht. Die Auszeichnung ist mit 7.500 Euro dotiert. Zum sechsten Mal werden damit enge partnerschaftliche Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in Niedersachsen gewürdigt.

Das von Dr. Huschmand Nia, Prof. Dr. Emons und der Firma Labotect GmbH entwickelte Gewebe-Markierungssystem verbessert die Behandlung von Brustkrebs- und anderen Tumorerkrankungen. Elastische Metallringe von einem halben Zentimeter Durchmesser dienen dabei als Positions-Marker im Brustgewebe. Die Ringe werden in gestreckter Form durch eine gerade Hohlnadel in das Brustgewebe eingeführt. Dort nimmt der superelastische Draht seine Ringform wieder ein und verbleibt stabil am Ort. Mit mehreren dieser kleinen Ringe können Ärzte räumliche Positionen in der Brust und in anderen Körpergeweben dauerhaft markieren.


Die Markierung des Brustgewebes ergänzt neue Therapiekonzepte, mit denen versucht wird, Tumore bereits vor ihrer eigentlichen operativen Entfernung zu verkleinern und die Wirksamkeit der Therapie zu erkennen. Schrumpft ein Tumor bereits während der "neo-adjuvanten" (meist Chemo-) Therapie, so lassen sich die ursprünglichen Grenzen des Tumors bei der operativen Entfernung oft nicht mehr erkennen.

Mit Hilfe des neuen Markierungssystems kann der Arzt dennoch die ursprüngliche Ausdehnung des Tumors nachvollziehen. Dies ist notwendig, um entartetes Gewebe exakt und vollständig zu entfernen. Die feinen Metallringe sind in Ultraschall-, Röntgen- und MRT-Bild gut zu erkennen. Die Patientinnen spüren die Ringe nicht. Das System eignet sich für jede Art von Körpergewebs-Markierung.

Brustkrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung bei Frauen. Allein in Deutschland treten jährlich etwa 45.000 Neuerkrankungen auf. Moderne Therapieformen bedeuten meist eine (Chemo-) Therapie bereits vor der eigentlichen operativen Entfernung des Tumors. Ziel der Vorbehandlung ist es, den Tumor schon vor dem operativen Eingriff zu verkleinern sowie die Wirksamkeit der Therapie frühzeitig zu erkennen. Ein Problem entsteht jedoch, wenn die ursprünglichen Grenzen des Tumors nach der Therapie nicht mehr zu erkennen sind. Der operative Eingriff wird erschwert oder gar unmöglich. Der superelastische Metallring aus Göttingen hilft dem behandelnden Arzt nun, die ursprünglichen Ausmaße des Tumors dauerhaft nachzuvollziehen.

Weitere Informationen:

Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Abt. Gynäkologie und Geburtshilfe
Prof. Dr. med. Abdolhamid Huschmand Nia
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel. 0551/39 - 6576
E-Mail: huschmand@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de

Weitere Berichte zu: Gynäkologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften