Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Genchips" zur Krebsdiagnostik noch keine Routineanwendung

06.04.2005


Der große methodische Aufwand und fehlende Standardisierungen lassen den Einsatz von "Genchips" im klinischen Alltag und in der Krebsdiagnostik bisher nicht sinnvoll erscheinen. "Diese Methoden sind sehr wichtig in der Wissenschaft, für den Routineeinsatz ist es aber noch zu früh", sagt Professor Dr. med. Diethelm Wallwiener, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie. Die "Genchip-Analyse" steht für molekularbiologische Untersuchungsmethoden mit denen gleichzeitig tausende Genmoleküle aus Gewebeproben - zum Beispiel Zellen aus einer Krebsgeschwulst - untersucht werden können.



Die Chips enthalten mehrere tausend festgelegte Genfragmente, die die entsprechende Erbinformation aus dem Patientengewebe bindet. Das so erstellte "molekulare Profil" zeigt, welche Gene zum Zeitpunkt der Probeentnahme aktiv sind. In der Krebsforschung wird so versucht, Tumore genauer zu charakterisieren: Welche Gene sind an der Entstehung und am Wachstum beteiligt? Welches Profil ist typisch für aggressive Formen? Sind bei dem Tumor Tochtergeschwulste - so genannte Metastasen - zu erwarten? Wird ein bestimmtes Medikament wirksam sein?

... mehr zu:
»Krebsdiagnostik


Mit den Ergebnissen, so das Ziel, ließe sich für jede Patientin ein maßgeschneiderter Therapieplan zusammenstellen. "Davon ist man bislang für die klinische Routine noch entfernt", sagte Dr. med. Raffael Kurek von der Universitäts-Frauenklinik Tübingen. Tests in verschiedenen Labors wiesen bisher nur geringe Übereinstimmungen miteinander auf. Der Gynäkologe erklärt diese Unterschiede mit dem großen methodischen Aufwand bei der Anwendung und den komplizierten computergestützten Auswerteverfahren. Auch dürften nur wenige Minuten von der Gewebeentnahme bei der Operation bis zur Aufbewahrung des Gewebes in flüssigem Stickstoff isolierten Gene auf den "Chips vergehen. Alle Schritte, insbesondere von der Aufarbeitung der Proben bis zum Aufbringen auf die "Chips" müssen unter immer gleichen Bedingungen erfolgen. Nur dann könne man wiederholbare Ergebnisse erzielen. Auch für die Herstellung der "Chips" und die bioinformatischen Auswerteverfahren müssten noch bessere Standards geschaffen werden. Nach Meinung der Deutschen Gesellschaft für Senolologie und des Tübinger Genetikers Professor Dr. med. Olaf Ries werden die "Genchips" die Diagnostik und Therapie des Brustkrebs in wenigen Jahren wirkungsvoll verbessern.

Silke Jakobi | idw
Weitere Informationen:
http://www.senologie.org

Weitere Berichte zu: Krebsdiagnostik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie