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Herzspezialist: "Wir können unser genetisch vorprogrammiertes Alter von 120 bis 140 Jahren erreichen"

04.04.2005


Wenn nur die biologisch notwendige Arteriosklerose auftritt, können wir ohne weiteres weit über hundert Jahre alt werden, sagen Herzspezialisten auf der 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim. Bei einem ungesunden Lebensstil wird der arteriosklerotische Prozess jedoch gefährlich beschleunigt.



"Wenn nur die biologisch notwendige Arteriosklerose auftritt, dann kann der Mensch das Glück haben und sein genetisch vorprogrammiertes Alter von 120 bis 140 Jahren erreichen", sagt Prof. Dr. Rainer Gladisch, Klinikum Mannheim, auf der 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim. Wo das normale, physiologische Altern aufhört und eine Krankheit beginnt, sei allerdings oft kaum auszumachen. Dass die zu Grunde liegenden Mechanismen von Altern und Krankheit oft die gleichen sind, zeige sich etwa bei jenen beiden Prozessen, die im Zentrum der Alterungsvorgänge stehen: Der Entstehung einer altersbedingten Arteriosklerose ("Physiosklerose") und der Verlust von Muskulatur ("Sarkopenie").



Ungünstiger Lebensstil beschleunigt altersbedingte Prozesse

"Der unabwendbare und altersbedingte Prozess der Arteriosklerose wird durch einen ungünstigen persönlichen Lebensstil so weit beschleunigt, bis eine krankhafte Arteriosklerose entsteht", erklärt Prof. Gladisch. "Im Idealfall pendelt sich im Körper ein Gleichgewicht zwischen der Bildung neuer Freier Radikale und ihrer Beseitigung ein. Faktoren wie besonders fettreiche Ernährung, Zigarettenrauch, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus oder Gicht können dieses Gleichgewicht jedoch stören und so zu einem Übergewicht der Freien Radikale führen." Das führt zu andauerndem oxidativen Stress in den Blutgefäßen und damit zur Beschleunigung der Arteriosklerose bis hin zum Verschluss von Gefäßen.

Bedeutsam für ein möglichst gesundes Altern seien natürlich regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, um problematische Entwicklungen rechtzeitig zu diagnostizieren und ihnen gegensteuern zu können. Heute stehen außerdem wirksame Medikamente zur Verfügung, mit deren Hilfe der Arteriosklerose bis zu einem gewissen Grad vorgebeugt werden kann

Problem Muskelschwund

"Auch der Muskelschwund kann gleichsam natürlich, altersgemäß voranschreiten, oder durch den Lebensstil verstärkt werden", erklärt Prof. Gladisch: "Grund für den natürlichen Muskelschwund sind Veränderungen im Hormonhaushalt. Bei älteren Personen wird weniger Wachstumshormon ausgeschüttet. Damit fehlt ein Anreiz zur Bildung von neuen Muskelzellen. Dazu kommt noch, dass auch die Fähigkeit zur Zellteilung mit der Zeit abnimmt."
Beschleunigt wird dieser Prozess durch fehlende Beanspruchung des Bewegungsapparates. Der Körper zerstört und rezykliert Zellen, die nicht benötigt werden. "Damit spart er Energie", sagt Gladisch. "Dementsprechend lautet der Ratschlag, den physiologischen Muskelschwund zu bremsen: Bewegungsmangel vermeiden, Muskeln auf Trab halten."

Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher der DGK (Berlin)
Christiane Limberg, Pressereferentin der DGK (Düsseldorf); Pressezentrum: 0621-41065002
Roland Bettschart, B& K Medien- und Kommunikationsberatung; Pressezentrum 0621-41065352 oder mobil 0043 676 6356775

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

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