Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frauen unfruchtbar durch Überschuss männlicher Hormone

17.02.2005


Etwa eine Million Frauen in Deutschland leidet am so genannten Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS): Ihr Körper produziert zu viel männliche Hormone. PCOS betrifft bis zu 15 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter - häufig einhergehend mit unerfülltem Kinderwunsch. Auf dem 49. Symposion der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in Münster diskutieren Experten unter anderem Symptome, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten des PCOS. Im Rahmen eines "Hormontages" können Patienten und Interessierte ihre Fragen dazu direkt an die Experten richten.

... mehr zu:
»Eierstock »Hormon »PCOS

PCOS macht sich durch unregelmäßigen Zyklus, vermehrte Körperbehaarung, Akne oder auch Haarausfall bemerkbar. Als Spätfolgen können Herz-Kreislauferkrankungen oder Gebärmutterkrebs auftreten. Das Risiko betroffener Frauen, zuckerkrank zu werden, ist bis zu siebenfach erhöht. "Da sich die Erkrankung über viele unterschiedliche Symptome äußert, müssen bei der medizinischen Behandlung Frauenärzte, Spezialisten für Innere Medizin, Endokrinologen, Hautärzte und Ernährungsberater eng zusammenarbeiten", betont Tagungspräsident Professor Dr. med. Ludwig Kiesel im Vorfeld des Symposions in Münster. Nur so könnten individuelle Beschwerden, Folgeerkrankungen und die Lebensqualität der betroffenen Frauen verbessert werden, sagt der Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Münster.

Therapien richten sich vor allem nach den jeweiligen Anzeichen des PCOS: Zyklusstörungen sind mit der Antibabypille behandelbar. Diese wirkt sich auch günstig auf Hautunreinheiten, Haarausfall oder vermehrte Behaarung vom männlichen Typ aus. Mitunter ist es sinnvoll, die Eierstöcke mit Laserstrahlen zu behandeln. Bei Kinderwunsch ist eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke erfolgversprechend. Als Alternative zur "Hormonspritze" kommen neuerdings insulinsenkende Medikamente zum Zuge. Dr. med. Andreas Schüring, Oberarzt der Frauenklinik am Universitätsklinikum Münster, wird Einsatzgebiete und Erfolgsaussichten dieser Therapien in der Praxis anlässlich des Hormontages vorstellen.


An PCOS erkrankte Frauen leiden fast immer auch psychisch unter der Krankheit: Durch das veränderte Äußere und häufig bestehende Unfruchtbarkeit fühlen sie sich unweiblich. "Der Besuch von Selbsthilfegruppen kann entscheidend zur Verbesserung der persönlichen Lebenssituation und des Wohlbefindens beitragen", betont Dr. med. Susanne Hahn vom Universitätsklinikum Essen. Hier fänden die Patientinnen Unterstützung und könnten Informationen und Erfahrungen austauschen. Die Endokrinologin leitet auf dem Hormontag die Patientenveranstaltung zum PCOS.

Obwohl PCOS bereits seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist, sind die Ursachen nach wie vor unklar. Da die Krankheit familiär gehäuft auftritt, diskutieren Experten auch genetische Ursachen: Kürzlich wies eine Arbeitsgruppe der Frauenklinik und des Instituts für Reproduktionsmedizin des Universitätsklinikums Münster nach, dass die Ausprägung des PCO-Syndroms durch eine genetische Veränderung des Empfängermoleküls für männliche Hormone beeinflusst wird.

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org

Weitere Berichte zu: Eierstock Hormon PCOS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie