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Bewegungssehen im Alter verbessert

04.02.2005


Junge Menschen sehen Finessen schlechter



Im Gegensatz zur gängigen Meinung, dass mit dem Alter das Sehen schlechter wird, kann das Gegenteil eintreten. Laut einer Studie der McMaster Universität in Hamilton ist es möglich, dass sich das Sehvermögen bei älteren Menschen sogar verbessert. Ältere Menschen können kleine Bewegungen in sonst gleichmäßigen Vorgängen erkennen. Dies geschieht dank einer neurologischen Veränderung im Gehirn, berichtet Nature.

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Zellen, die an der visuellen Weiterverarbeitung im menschlichen Gehirn mitbeteiligt sind, unterdrücken sich gegenseitig in ihrer Aktivität. Dies erlaubt dem Gehirn wichtige Dinge wahrzunehmen und banale Dinge zu ignorieren. Werden Menschen älter, scheint diese hemmende Beeinflussung der Zellen scheinbar nachzulassen. Um diesem Effekt auf die Schliche zu kommen, haben kanadische Forscher junge (zwischen 18 und 31) und ältere Menschen (60 und älter) getestet. Die Testpersonen saßen vor einem Computerbildschirm, auf welchem sich schwarz-weiße Streifen in vertikaler Richtung bewegten. Die Personen mussten angeben, in welche Richtung die Streifen fließen. Frühere Studien hatten ergeben, dass junge Menschen Probleme mit der Fließrichtung bekommen, wenn sich die Anzahl der Streifen erhöht. Grund hierfür ist der hemmende Mechanismus. Das Gehirn beginnt die monotonen Formen zu missachten.

Beim neuen Versuch wollten die Sehexperten herausfinden, ob die abnehmende Wahrnehmung auch bei älteren Menschen eintritt. Zu ihrer Verwunderung reagierten die älteren Menschen nicht gleich wie die Jüngeren. Um die Fließrichtung zu bestimmen, benötigten sie im Schnitt 70 Millisekunden - egal, wie viele Streifen zu sehen waren. Dagegen benötigten die Jüngeren bei einer großen Anzahl von Streifen 100 Millisekunden. "Das ist ein sonderbares Ergebnis. In vielen anderen Fällen brauchen ältere Menschen mehr Zeit. Dies ist eine absolute Ausnahme", so Patrick Bennett von der McMaster Universität. Dieser Effekt rühre vom starken Schwarz-Weiß-Kontrast und nicht von der wachsenden Anzahl der Streifen. Wären die Streifen in kontrastarmem Grau gehalten, bräuchten alte und junge Menschen weniger Zeit, um die Richtung zu bestimmen. "Wenn du ein Fußballspiel schaust, konzentrierst du dich auf die Bewegungen der Spieler, die hoch und runter rennen. Diese Beobachtung fällt älteren Menschen leichter", so Bennett.

Sheila Moser | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mcmaster.ca
http://www.nature.com

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