Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebsmedikament auch gegen Pocken wirksam

02.02.2005


Neuer Ansatz zur Behandlung von viralen Infektionen



Wissenschafter des Dana Farber Cancer Institute haben nachgewiesen, dass ein experimentelles Medikament gegen das unkontrollierte Wachstum von Krebszellen die Vermehrung des Pockenvirus verhindern kann. Im Tierversuch verhinderte das Medikament, dass Mäuse an dem eng verwandten Virus Vaccinia starben. Bisher haben Medikamente gegen virale Infektionen nicht auch nur annähernd so gute Ergebnisse erzielt wie Antibiotika. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Clinical Investigation veröffentlicht.

... mehr zu:
»Pocke »Rezeptor »Virus


Viren verbreiten sich durch das Eindringen in eine Zelle und die Übernahme der Funktionen, die von sich aktiv teilenden Zellen zur Vermehrung ihrer eigenen DNA eingesetzt werden. Die am häufigsten Viren ausgesetzten Zellen wie die der Haut oder des Inneren der Lunge teilen sich nicht aktiv und haben diese Funktion daher deaktiviert. Viren wie Pocken haben jedoch gelernt, wie sie diesen Mechanismus durch eigene Kopien der Hormone und Wachstumsfaktoren wieder aktivieren können. Da die zu starke Expression der Rezeptoren für diese Wachstumsfaktoren in Krebszellen eine Ursache für das unkontrollierte Wachstum von Krebs ist, hat sich die Forschung auf die Suche nach Molekülen konzentriert, die diese Rezeptoren blockieren.

Das Team um Ellis Reinherz hatte bereits entdeckt, dass Pocken und verwandte Viren Moleküle produzieren, die jenen Wachstumsfaktoren ähnlich sind, die vom Körper natürlich produziert werden, um diese Rezeptoren, erb-B1, mit Informationen zu versorgen. Sie nutzen diese Faktoren um die Vermehrung der Wirtszellen wieder zu aktivieren. Wenn die stimulierende Aktivität der viralen Faktoren blockiert ist, dann kann das virale Wachstum verringert werden. Die Forscher setzten ein experimentelles Krebsmedikament zur Blockierung des erb-B1 Rezeptors ein. Es zeigte sich in der Zellkultur, dass so die Vermehrung des Pockenvirus bei menschlichen Zellen tatsächlich gestoppt werden konnte.

In der Folge wurde das Medikament Mäusen verabreicht, die mit Vaccinia infiziert wurden. Das Medikament rettete alle behandelten Mäuse bei Dosierungen, die bei unbehandelten Tieren zum Tod führten. Die Wirkung verbesserte sich durch die Kombination mit einem sehr spezifischen Antikörper weiter. Der kombinierte Ansatz erzielte bessere Ergebnisse als der getrennte Einsatz der beiden Substanzen. Verantwortlich dafür könnte laut NewScientist die starke Stimulierung der eigenen Immunreaktion der Mäuse sein. Ein Nachteil bestand laut Reinherz darin, dass die Behandlung nur funktionierte, wenn das Medikament vor dem Virus verabreicht wurde. Eine später einsetzende Behandlung verringerte die Schwere der Infektion. Sie konnte den Tod der Tiere jedoch nicht verhindern. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass bei einer sich langsamer entwickelnden Krankheit, wie Pockeninfektionen beim Menschen, der kombinierte Ansatz bessere Erfolgsaussichten haben könnte. Entscheidend sei jedoch, dass dieser Ansatz nicht auf das Virus selbst abziele.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.dana-farber.org
http://www.jci.org

Weitere Berichte zu: Pocke Rezeptor Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie