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Für eine bessere Betreuung chronisch zuckerkranker Patienten

29.12.2004


Das Universitätsklinikum Heidelberg nimmt am "Disease Management Programm" der AOK Baden-Württemberg teil



Als erstes Universitätsklinikum in Baden-Württemberg nimmt das Universitätsklinikum Heidelberg mit der Diabetes-Ambulanz am Programm "Curaplan", dem "Disease Management Programm" der AOK für Diabetiker Typ II, teil. Das bedeutet: AOK-Versicherte mit dieser Diabetes können - nach Überweisung durch ihren eingeschriebenen Hausarzt - innerhalb des strukturierten Therapieprogramms auch in der Diabetes-Ambulanz des Heidelberger Klinikums behandelt werden.

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"Dies hat vor allem Vorteile für Patienten, deren Diabetes schwer einzustellen ist oder die an Komplikationen, etwa Fußgeschwüren, leiden", erklärt Professor Dr. Peter Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abteilung Endokrinologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. "Durch die Einbeziehung des Klinikums schließen wir eine Lücke in der Versorgung der Diabetiker im Rhein-Neckar-Raum", sagt Bruno Krüger, Geschäftsführer der AOK Rhein-Neckar.

Bislang nehmen über 80 Prozent der niedergelassenen Hausärzte teil, inzwischen haben sich auch mehr als die Hälfte der bei der AOK-versicherten Diabetiker im Bereich der AOK Rhein-Neckar eingeschrieben. Die Teilnehmer profitieren nicht nur von dem hohen Standard des Therapieprogramms, sondern haben auch finanzielle Erleichterungen bei den Praxisgebühren und den Arzneimittelzuzahlungen.

Hausarzt und Patient schließen Pakt für langfristige, konsequente Behandlung

"Durch eine konsequente Behandlung des Diabetes können Spätschäden verhindert oder verzögert, schwere Komplikationen vermieden werden," sagt Professor Nawroth. Dafür bedarf es jedoch eines Paktes zwischen Arzt und Patient für eine langfristig konsequente Behandlung. Hier setzt das Therapieprogramm "Curaplan" an: Hausarzt und Patienten vereinbaren Therapieziele, zum Beispiel Blutdruck und konstante Blutzuckerwerte, die regelmäßig überprüft werden, insgesamt eine Behandlung, die sich am nationalen Standard der Diabetesbehandlung orientiert.

Der Hausarzt übernimmt die Funktion des Lotsen: Er überweist den Patienten, wenn erforderlich, an andere niedergelassene Fachärzte und Fachambulanzen. Durch die steuernde Funktion des Hausarztes können Doppeluntersuchungen vermieden werden, der Krankheitsverlauf wird nachvollziehbar. Auch der Patient erhält einen Ordner, in dem seine persönlichen Krankheitsdaten dokumentiert sind.

Patienten-Schulungen zur Insulintherapie und Ernährungsverhalten

"Wir hoffen, dass durch die Kooperation zwischen AOK und Klinikum mehr Diabetiker von einer konsequente Behandlung profitieren können", sagt Dr. Michael Morcos, Oberarzt der Abteilung Endokrinologie und Stoffwechsel. Das Klinikum bietet das gesamte Spektrum der Versorgung an: Schwerkranke Diabetiker werden auf den Stationen versorgt. In der Diabetesambulanz, die rund 6.000 Besucher im Jahr zählt, werden die verschiedenen Formen der Therapie mit Insulin und anderen Medikamenten praktiziert. In Einzel- und Gruppenschulungsprogrammen lernen Patienten, mit ihren Medikamenten umzugehen und ihr Verhalten - mehr sportliche Betätigung, gesunde Ernährung - zu ändern.

Ein wichtiges Zusatzangebot ist die Fußambulanz der Medizinischen Universitätsklinik, denn jeder fünfte chronisch kranke Diabetiker leidet an Fußgeschwüren. Von verschiedenen Fachärzten werden Wunden versorgt, Durchblutungsstörungen abgeklärt, Infektionen behandelt und die notwendigen Eingriffe durchgeführt. Fußpfleger und orthopädische Schuhmacher sorgen dafür, dass Druckstellen und Verletzungen möglichst verhindert werden.

Bei Rückfragen:
Professor Dr. Peter Nawroth, Ärztlicher Direktor der Abteilung Endokrinologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg:
E-Mail: peter_nawroth@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/

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