Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zusammenhang zwischen Reinigungsmitteln und keuchendem Atmen

27.12.2004


Sensibilisierung besteht bereits im Mutterleib



Ein Kontakt mit Reinigungsprodukten während der Schwangerschaft steigert das Risiko für die Kinder ständig keuchend zu atmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bristol. Die Wissenschaftler analysierten die Verwendung einer Reihe von Produkten wie Bleichmittel, Farbenabbeizmittel und Teppichreiniger. Kinder von Familien, die derartige Produkte am meisten benutzen, hatten eine zweimal so hohe Wahrscheinlichkeit keuchend zu atmen wie jene, in deren Familien die Produkte am seltensten verwendet wurden. Die Studie, die an 14.000 Kindern durchgeführt wurde, wurde im Journal Thorax publiziert.

... mehr zu:
»Asthma


Die Studie kommt zu dem Schluss, dass eine Verbindung zwischen einem pränatalen Kontakt mit Reinigungsmitteln und Schnaufen besteht, aber auch der Kontakt nach der Geburt könnte ein Faktor sein. Weitere Forschungen wollen nun physiologische Veränderungen in den Lungen der Kinder feststellen. Keuchendes Atmen kann ein Zeichen dafür sein, dass ein Kind Asthma entwickelt.

Die schwangeren Frauen wurden gefragt, wie oft sie Haushaltsreiniger verwenden. Die elf am häufigsten Gebrauchten waren Desinfektionsmittel (von 87,4 Prozent verwendet), Bleichmittel (84,4 Prozent), Teppichreiniger (35,8 Prozent), Fensterreiniger (60,5 Prozent), Trockenreinigungsflüssigkeit (5,4 Prozent), Aerosol (71,7 Prozent), Terpentin (22,6 Prozent), Luftreiniger (68 Prozent), Farbenabbeizmittel (5,5 Prozent), Farbe (32,9 Prozent) und Pestizide/Insektizide (21,2 Prozent). Dann errechneten die Forscher die gesamte chemische Belastung für jede Familie, abhängig davon wie oft sie jedes Produkt benutzten. Schließlich verglichen sie diese Daten mit den Berichten der Mütter, ob ihr Kind keuchend atmet.

6,2 Prozent der Kinder hatten vom Babyalter an keuchenden Atem. Über 70 Prozent zeigten gar keine Symptome. 19,5 Prozent keuchten als Babys, aber nicht, als sie schon älter waren und 3,5 Prozent bekamen Atemprobleme nach dem Alter von zweieinhalb. Je öfter die Chemikalien verwendet wurden, desto größer war die Wahrscheinlichkeit für schnaufendes Atmen beim Kind. Diese Verbindung war auch nachweisbar, als andere Faktoren wie Rauchen der Eltern, feuchte Behausung und eine Familiengeschichte von Asthma einbezogen wurden. Andere Studien zeigten, das Menschen, die als Reinigungskräfte arbeiten, ein erhöhtes Risiko für Asthma haben. Studienleiterin Andrea Sherriff sagte: "Wir können nicht sagen, die Produkte verursachten das keuchende Atmen. Wir können nur sagen, wir beobachteten einen Zusammenhang."

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bris.ac.uk

Weitere Berichte zu: Asthma

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics