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Krebsmedikament bei Alzheimer viel versprechend

22.12.2004


Paclitaxel verringert Symptome bei Mäusen



Ein starkes Krebsmedikament könnte einen neuen Behandlungsansatz gegen Alzheimer ermöglichen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Pennsylvania gekommen. Bei Tests mit Mäusen, die mit alzheimerähnlichen Symptomen gezüchtet wurden, verringerte Paclitaxel die Anzeichen der Krankheit. Das Medikament hilft dabei, jene Probleme zu korrigieren, die durch das Zusammenklumpen von Proteinen in den Nervenzellen entstehen. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.



Die Wirkung des Medikaments beruht auf dem Anbinden an und der Stabilisierung von winzigen Strukturen innerhalb der Zellen, den so genannten Mikrotubuli. Diese Strukturen sind für eine funktionierende Kommunikation der Gehirnzellen untereinander von entscheidender Bedeutung. Das Protein Tau unterstützt die Aufrechterhaltung dieser Funktion. Es kann jedoch zu Deformierungen dieses Proteins kommen. Ist das der Fall, bilden sich Klumpen in den Zellen, die ihre Fähigkeit effektiv miteinander zu kommunizieren beeinträchtigen und sie schließlich zerstören. Dadurch werden die Symptome von Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen verursacht. Paclitaxel nimmt den Platz von Tau ein, bindet sich an die Mikrotubuli an und gewährleistet ihre Stabilität und Funktionsfähigkeit.

Das Medikament verhindert wie ähnliche Präparate bei Krebserkrankungen eine Zellteilung. Gehirnzellen teilen sich nicht, daher kommt dieser Effekt bei der Einbringung ins Gehirn nicht zum Tragen. Für die aktuelle Studie erhielten Mäuse wöchentlich Paclitaxel-Injektionen. Sowohl hohe als auch niedrige Dosierungen schienen einen positiven Effekt hervorzurufen. Die regelmäßig behandelten Tiere wiesen geringere Anzeichen einer eingeschränkten Bewegungsfähigkeit auf. Da das Medikament zur Behandlung von Krebs bereits zugelassen ist, hoffen die Wissenschafter laut BBC, dass die ersten klinischen Tests bereits bald stattfinden können. Dafür muss jedoch sichergestellt werden, dass Paclitaxel das Gehirn direkt erreichen kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pnas.org
http://www.med.upenn.edu

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