Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter assistiert bei Gehirnoperation

27.06.2001


In der "Berufsgenossenschatlichen Unfallklinik Frankfurt am Main" hat ein neurochirurgischer Roboter Einzug in den OP-Saal gehalten

In der "Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main" wurde jetzt erstmals ein neurochirurgischer Roboter - der "NeuroMate"® - bei einer Gehirnoperation eingesetzt. Dr. med. Nils Haberland, Oberarzt Neurochirurgie, und sein Team haben rechnerunterstützt die Hirnblutung eines unfallverletzten Patienten über ein acht Millimeter großes Bohrloch ausgeräumt. Schon seit 1994 wird an der "Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik" computerunterstützt operiert. Der Ärztliche Direktor der Unfallklinik, Professor Dr. med. Martin Börner, hat vor sieben Jahren weltweit erstmals in klinischer Routine Hüftprothesen mit dem "Robodoc"® gesetzt. Im vergangenen Jahr wurde mit dem "stählernen Assistenten" erstmals eine Knieprothese implantiert. Nun ist mit der Neurochirurgie ein weiterer Fachbereich hinzugekommen, der sich die Präzision der Rechernerunterstützung zu Eigen macht.

Der "NeuroMate"® , der ebenso wie "Robodoc" ® vom amerikanischen Unternehmen "Integrated Surgical Systems" entwickelt und vertrieben wird, arbeitet mit einer Genauigkeit von Zehntel Millimeter. Damit ist der Roboter präziser als der erfahrenste Operateur. "Dieses Verfahren kommt den Patienten zugute, weil es zielgenau ist. Wir werden deshalb den Operations-Roboter jetzt auch bei der Behandlung von Hirntumoren und in der funktionellen Neurochirurgie, zum Beispiel bei Parkinson-Symptomen, einsetzen", so Dr. Haberland. Mit seinen fünf Gelenken hat der "NeuroMate" ® die Freiheitsgrade eines menschlichen Arms, ist also ebenso beweglich im Raum. Für den Neurochirurgen heißt das, er kommt ungehindert an das Operationsgebiet heran entsprechend der computerunterstützten Planung. Dabei sind die Zugänge klein, meist ist eine Bohrung ausreichend.

Neben der Präzision, die durch das rechnerunterstützte Operieren erreicht wird, liegt ein weiterer Vorteil dieser Methode in der präoperativen Planung. Gerade in der Kopfchirurgie spielt dabei die Bildgebung eine wesentliche Rolle. Die Patientenbilddaten, gewonnen mit Hilfe der Computertomographie und der Kernspintomographie, sind die Basisinformationen für den Operateur und den OP-Roboter. Darüber hinaus können in die Planung die Erfahrungen von vielen Operationen in Form von Gehirnatlanten einfließen. Der Roboter zeigt dem Operateur mit einem Laserstrahl exakt an Hand der Patientenbilddaten den geplanten Operationsweg zu der kranken Hirnregion. Weiterhin gewährleistet der Roboter für Instrumente mit einem Durchmesser bis zu 0,5 Millimeter eine millimetergenaue Führung im Gehirn. Mit dem Roboter werden auch tiefe Hirnregionen und der Hirnstamm sicher erreicht. Am Ziel angelangt, kann der Operateur über diese kleinen Instrumente präzise den hirnchirurgischen Eingriff durchführen.

In der "Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main" werden Dr. Haberland und sein Team im Herbst dieses Jahres erstmals mit dem Roboter Wirbelsäulenoperationen durch die Haut vornehmen. Durch dieses neue Verfahren können die ehemals großen offenen Stabilisierungsoperationen der hinteren Wirbelsäule über kleine Hautschnitte realisiert werden. Die Rückenmuskulatur des Patienten wird dabei geschont. Weitere Indikationen sind Bandscheibenvorfälle, Wirbelsäulenfrakturen und Tumoren an der Wirbelsäule.

Gabriele Neimke | ots

Weitere Berichte zu: Gehirnoperation Neurochirurgie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie