Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreiche Behandlung von Gehirnvirus mit Neuroleptika

22.11.2004


Serotonin-Rezeptor-Hemmer verhindern tödliche Infektion



Ein Medikament, das zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt wird, kann Gehirnzellen vor einem Virus schützen, das eine fatale Nervensystemerkrankung verursacht. Bei der Krankheit handelt es sich um progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML). Sie betrifft Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, wie Aids-Patienten oder Patienten mit einer Organtransplantation. Eine Studie der Brown Universität in Kooperation mit der Case Western Reserve Universität ist zu dem Schluss gekommen, dass das Neuroleptikum Clozapine höchst wirkungsvoll ohne jegliche Nebenwirkungen eine Infektion vermeidet. Das berichtet die BBC.

... mehr zu:
»Immunsystem »Infektion »Protein »Virus


PML wird durch ein Virus ausgelöst, das die Gliozyten zerstört, die die fettige Schutzhülle produzieren, die die Nervenzellen umgibt. Die meisten Menschen tragen das Virus in sich. Aber ein gesundes Immunsystem unterdrückt den Ausbruch der Krankheit. Die Symptome von PML sind Demenz, Verlust der Sehkraft, Beeinträchtigungen von Bewegung und Sprache, Lähmung und Koma. Die Krankheit verläuft immer tödlich. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sich das Virus an einen Rezeptor an der Oberfläche der Gliozyten anhängt. Der Rezeptor ermöglicht dem Virus, in die Zellen einzudringen. Normalerweise verbindet es sich mit Serotonin, einer vom Gehirn produzierten Chemikalie, die eine wichtige Rolle bei Depression und Angst spielt. So wollten die Forscher ermitteln, ob Serotonin-Rezeptor-Hemmer wirkungsvoll sind.

Die Forscherteams konzentrierten sich auf ein spezielles Protein innerhalb der Zellen, das Clathrin, das daran beteiligt ist, Substanzen in die Zellen zu befördern. Dann untersuchten sie verschiedene Medikamente, um herauszufinden, welches die Tätigkeit des Proteins wirkungsvoll blockiert. Chloprozamine, ein Medikament, das psychotische Symptome wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen kontrolliert, erwies sich als effektiv. Aber es kann ernstzunehmende Nebenwirkungen verursachen wie niedrigen Blutdruck, Gliederversteifungen und Zittern. Deshalb testeten die Wissenschaftler weitere Präparate. Drei weitere, allen voran das Antipsychotikum Clozapine, verhinderten eine Infektion in menschlichen Gliazellen ohne Nebenwirkungen. Walter Atwoold von der Brown Universität bezeichnet dieses Ergebnis als vielversprechend. Die Generika könnten vielen Menschen helfen.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.brown.edu/
http://www.cwru.edu/

Weitere Berichte zu: Immunsystem Infektion Protein Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

nachricht Neue Risikofaktoren für Angsterkrankungen
22.02.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

Problem Plastikmüll: Was können wir gegen die Verschmutzung der Meere tun?

23.02.2017 | Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Alternativer Therapieansatz für die Fettspeicherkrankheit Morbus Gaucher

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Kühler Zwerg und die sieben Planeten

23.02.2017 | Physik Astronomie