Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie prüft neues Ultraschallgerät im Helikopter

04.11.2004


Das neue Ultraschallgerät im Einsatz: Dr. Knobloch untersucht einen Notfallpatienten im Rettungshubschrauber
MHH


Der Rettungshubschrauber Christoph 4, stationiert an der Medizinischen Hochschule Hannover
MHH


Schonendes Verfahren untersucht Herzleistung unter Notfallbedingungen
Ein transportables Ultraschallgerät könnte die Situation für viele Notfallpatienten künftig verbessern - diese Erkenntnis stellte ein Team der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. (JUH) vor kurzem auf der 13. Fachtagung Luftrettung des ADAC in Garmisch-Partenkirchen vor - dort wurde die Arbeit mit einem Posterpreis prämiert.

... mehr zu:
»MHH


An der Untersuchung beteiligten sich Dr. Karsten Knobloch und Professor Dr. Christian Krettek, Direktor der Unfallchirurgischen Klinik der MHH, sowie Volker Hubrich, leitender JUH-Rettungsassistent des Rettungshubschraubers "Christoph 4", der an der MHH stationiert ist. Mit dem neuen Gerät ist es möglich, bei schwer verletzten Patienten die Herzleistung, genauer das Herzzeit-Volumen, bereits am Unfallort oder in der Luft zu bestimmen. Bislang war dazu eine Katheteruntersuchung notwendig, die erst in der Klinik auf der Intensivstation durchgeführt werden konnte.

Insgesamt nahmen 24 schwerverletzte Patienten an der Studie teil; das Alter reichte von 17 Monaten bis zu 92 Jahren. Das neue Ultraschallgerät hatte ein australisches Unternehmen für den Einsatz auf Intensivstationen entwickelt - nun erfolgten erstmals Tests während der Luftrettung. Mit dem vier Kilogramm leichten Gerät untersuchte Dr. Knobloch im Helikopter die Herzfunktion. "Bei Patienten mit einem Herzinfarkt und einem Kreislauf-Schock (kardiogener Schock) ist das Schlagvolumen des Herzens reduziert. Um trotzdem mehr Blut in den Körper zu pumpen, steigt als Reaktion die Herzfrequenz an", sagt Dr. Knobloch. Der Schallkopf des neuen Gerätes wird am Hals angesetzt und zeigt dem Rettungsarzt das Herzzeit-Volumen an. "Wir erhalten damit schon am Unfallort oder im Rettungshubschrauber wichtige Informationen über den Kreislauf des Patienten und können schneller als bisher darauf reagieren", sagt Dr. Knobloch.

Bereits im Sommer 2003 testete Dr. Knobloch das neue Verfahren erstmals klinisch auf der herzchirurgischen Intensivstation der MHH. "Wir stellten fest, dass die Ergebnisse des Ultraschalls denen einer invasiven Rechtsherz-Katheteruntersuchung sehr nahe kamen", erläutert Dr. Knobloch. Dies hat die Arbeitsgruppe im Herbst 2004 in der Zeitschrift für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie (18:203-208, 2004) publiziert, eine weitere Veröffentlichung erfolgt demnächst in den Annals of Thoracic Surgery sowie in der Zeitschrift Notfall und Rettungsmedizin. Künftig wird das Team das System in der Luftrettung und bei Intensivtransporten am Boden weiter testen.

Weitere Informationen gibt gern Dr. Karsten Knobloch, Unfallchirurgische Klinik der MHH, E-Mail: kknobi@yahoo.com, oder über Telefon: (0511) 532-6771.

Dr. Arnd Schweitzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de

Weitere Berichte zu: MHH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen
11.12.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Brände die Tundra langfristig verändern

12.12.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen

12.12.2017 | Medizin Gesundheit