Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hilft EPO direkt nach einem Schlaganfall?

12.10.2004


MHH ist an multizentrischer Studie beteiligt - Forscher untersuchen Wirkung



Erste Versuche sind viel versprechend: Das körpereigene Hormon Erythropoetin (EPO) sorgt dafür, dass Schäden durch einen akuten Schlaganfall abgemildert werden - die neurologischen Ausfälle waren bei einer kleinen Anzahl mit EPO behandelter Patienten signifikant geringer als in der Vergleichsgruppe. Diese Ergebnisse eines Teams um Professorin Dr. Hannelore Ehrenreich, Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, Göttingen, werden derzeit in einer weiteren Studie genauer untersucht. Daran beteiligt sich neben anderen die Neurologische Klinik (Direktor: Professor Dr. Reinhard Dengler) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Projektleiterin ist hier Professorin Dr. Karin Weißenborn.

... mehr zu:
»EPO »MHH »Schlaganfall


Grundsätzlich gilt: Treten Symptome eines Schlaganfalls auf - wie zum Beispiel halbseitige Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen - müssen die Betroffenen sofort in eine Klinik gebracht werden. "Wenn die Schlaganfall-Therapie innerhalb der ersten drei bis maximal sechs Stunden nach Beginn der Symptome startet, haben die Patienten eine deutlich bessere Überlebenschance und weniger Ausfälle als Patienten, die später behandelt werden", sagt Professorin Weißenborn. Zunächst versuchen die Ärzte, einen eventuell vorliegenden Gefäßverschluss im Gehirn aufzulösen oder eine mögliche Blutung zu stoppen. Danach überwachen und stabilisieren sie die lebenswichtigen Funktionen wie Blutdruck, Herzfrequenz und Atmung. Hat sich der Zustand der Patienten stabilisiert, beginnt eine frühe Rehabilitation, um möglichst viel Mobilität zu erreichen.

In der aktuellen Studie vergleichen nun die Forscherinnen und Forscher, ob der Einsatz von Erythropoetin direkt nach dem Schlaganfall zusätzlich hilfreich ist. "Zunächst untersuchen wir, welches Areal im Gehirn von dem Schlaganfall betroffen ist", sagt Professorin Weißenborn. "Liegt ein so genannter Mediainfarkt (Versorgungsgebiet der Arteria cerebri media, eines großen Blutgefäßes im Gehirn) vor, können wir die Patienten innerhalb der ersten sechs Stunden nach Beginn der Symptome in die Studie aufnehmen." Eine Gruppe erhält in den ersten drei Tagen täglich EPO. Eine zweite Gruppe erhält ein Scheinmedikament. Insgesamt sollen bis zur ersten großen Zwischenanalyse 256 Patienten in die Studie aufgenommen werden. Erste Ergebnisse erwarten die Wissenschaftler in zirka einem Jahr.

Weitere Informationen gibt gern Professorin Dr. Karin Weißenborn, Abteilung Neurologie der MHH, Telefon: (0511) 532-3112, E-Mail: weissenborn.karin@mh-hannover.de

Dr. Arnd Schweitzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de

Weitere Berichte zu: EPO MHH Schlaganfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten