Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verändertes HIV in Afrika aufgetaucht - Warnung vor Verzehr von Affenfleisch

06.08.2004


Internationale Experten warnen zunehmend vor dem Verzehr und auch vor dem Handel mit Affenfleisch. In jüngster Zeit sind mindestens sieben Fälle einer HIV Infektion durch das so genannte Bush-Meat bekannt geworden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Besonders gefährlich, so die Forscher, sind neue, bisher unbekannte Formen von HIV.



Menschen in Kamerun, die typische Symptome einer HIV-Infektion zeigten, wurden nach herkömmlichen Methoden auf das Virus und das Primatenäquivalent SIV untersucht und negativ getestet. Das deutet nach Ansicht internationaler Experten auf einen neuen Stamm des Virus hin. Demnach könnten sich tausende Menschen nach dem Verzehr von Bush-Meat infizieren. Die Warnung kommt von der Society for Conservation Biology an der Columbia University, die anlässlich des Jahrestreffens diese Woche in New York zusammen getroffen ist. Sie sehen in der Urwaldrodung neue Gefahren für weitere Infektionen. Das sind ideale Bedingungen für derartige Infektionen, da durch den Schwund an Wald Wildtiere mit neuen Erregern in Kontakt kommen.

... mehr zu:
»HIV »Infektion »Virus


Die Experten hatten bereits Anfang des Jahres vor solchen Gefahren gewarnt. Damals hatten sich Jäger mit dem "Simian Foamy-Virus", einer Affen-Krankheit infiziert. Bisher kam es zwar zu keinem Krankheitsbild beim Menschen, dennoch warnen die Forscher davor, dass das Virus mutieren könnte. Als besonders dramatisch stuft auch der Experte David Wilkie von der Bushmeat Crisis Task Force BCTF die Situation ein. "Kein Mensch weiß, wie viele verschiedene Tierarten tatsächlich gejagt und verzehrt werden". Erste Untersuchungen in Gabun ergaben, dass die lokale Bevölkerung quasi sämtliche Primaten jagt und auch verzehrt. Darüber hinaus blüht der Handel mit anderen Ländern, denn nur 40 Prozent der gesamten Jagdbeute bleibt im zentralafrikanischen Land selbst. "Allein im Kongobecken wurden zwischen einer und fünf Mio. Tonnen Bushmeat verzehrt", berichtet BCTF-Chefin Heather Eves.

Gefahren drohen aber nicht nur durch den Verzehr des Fleisches, sondern auch über den nahen Kontakt mit den Wildtieren und dem globalen Handel mit Zoo- und Haustieren. Mehr als 38.000 Säugetiere, 365.000 Vögel, zwei Mio. Reptilien, 49 Mio. Amphibien und 216 Mio. Fische wurden im Jahr 2002 in die USA importiert. 2003 wurde der Fall einer Monkeypox-Übertragung von Präriehunden auf den Menschen bekannt. "Das war nur ein sanfter Weck- und Alarmruf", meint Tonie Rocke, Epidemiologe der US Geological Survey. Bisher war nämlich die Erkrankung nur nachdem Verzehr von roten Colobus-Affen bekannt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com

Weitere Berichte zu: HIV Infektion Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte