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Neuer Therapieansatz für das allergische Asthma

16.06.2004


Dr. Katja Beier von der Berliner Charité ist auf der Spur einer neuen Therapie gegen das allergische Asthma. Dafür erhält sie ein Stipendium der Novartis-Stiftung.

Für die betroffenen Kinder ist es eine Qual: Ihre Lungen sind verengt und entzündet, sie husten und ringen nach Luft. Das allergische Asthma gilt inzwischen als häufigste Erkrankung im Kindesalter, aber auch Erwachsene sind zunehmend betroffen; alles in allem etwa vier Millionen Deutsche. Die therapeutischen Möglichkeiten beschränken sich bislang auf die Bekämpfung der Symptome - abgesehen von der Immuntherapie, die allerdings erst ab dem sechsten bis siebten Lebensjahr möglich ist. Einen völlig neuen Behandlungsansatz verfolgt dagegen Dr. Katja Beier vom Berliner Universitätsklinikum Charité. Für ihre Forschungen wird sie nun mit einem Graduiertenstipendium der Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung ausgezeichnet.

Das allergische Asthma beruht auf fehlgeleiteten Reaktionen des Immunsystems gegen normalerweise harmlose Stoffe aus der Umwelt - seien es Blütenpollen, seien es Erdnüsse oder Tierhaare. Der Kontakt mit diesen Allergie auslösenden Stoffen (Allergenen) führt zu einer irrtümlichen Reaktion mit den "T-Zellen" der Körperabwehr, die weitere Zellen des Immunsystems aktivieren und einen Angriff gegen das Allergen veranlassen. Dadurch entsteht eine Entzündungsreaktion, worauf sich die kleinen und mittleren Atemwege schließlich verengen. Die Allergene werden auf der Oberfläche von bestimmten Zellen, den "Antigen präsentierenden Zellen" (APC) regelrecht ausgestellt und von den T-Zellen über eine Bindung an den "T-Zell-Rezeptor" erkannt. Doch das allein reicht noch nicht, um diese Lymphozyten gegen das Allergen scharf zu machen. Für einen Angriff der Körperabwehr braucht es weitere Signale. "Ein zentrales Signal wird durch ein Molekül namens ICOS vermittelt", erklärt die Preisträgerin. Mit Studien an Mäusen haben Katja Beier und ihre Kollegen von der Klinik für Pädiatrie der Charite herausgefunden, dass ICOS tragende T-Zellen den Entzündungsprozess in den Lungen einleiten und aufrechterhalten.

Basierend auf ihren Erkenntnissen testen die Berliner Mediziner jetzt einen neuen Therapieansatz für das allergische Asthma. Kernpunkt: Mit so genannten monoklonalen Antikörpern gegen ICOS wollen sie genau die T-Zellen in der Lunge ausschalten, die die allergische Atemwegsentzündung verursachen. Ein solches Medikament würde das ICOS-Molekül blockieren und ließe sich nach neuen Studien über ein Inhalations-Spray in die Lungen einschleusen. So könnte man die Entzündungskaskade schon auf der Ebene der T-Zellen durchbrechen und Folgeschäden verhindern. Das Problem Asthma wäre damit tief an der Wurzel gepackt.

Die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung in Nürnberg gehört zu den ältesten und größten Unternehmensstiftungen in Deutschland. Ihr Stiftungsvolumen umfasst jährlich etwa 650.000 Euro.

Die Novartis AG (NYSE: NVS) ist ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Pharma und Consumer Health. Im Jahr 2003 erzielte der Konzern einen Umsatz von USD 24,9 Milliarden und einen Reingewinn von USD 5,0 Milliarden. Der Konzern investierte rund USD 3,8 Milliarden in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 78500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 140 Ländern.

Philipp Kreßirer | Novartis
Weitere Informationen:
http://www.novartis.de
http://www.novartispharma.de

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