Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tumor im Fadenkreuz

17.05.2004


Gegen inoperable Krebsgeschwüre wird eine neue Waffe geschmiedet. Mit der Behandlungsmethode der so genannten Partikeltherapie können Ärzte bisher unheilbare Krebsarten schnell, präzise und schonend zu Leibe rücken. Siemens entwickelt auf Basis von Patenten der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) standardisierte Anlagen für Spezialkliniken, wie das Siemens-Forschungsmagazin Pictures of the Future berichtet.


Der Schwerionenstrahl wird mit Hilfe von Magnetfeldern seitlich abgelenkt und die Eindringtiefe über die Energie der Ionen von Puls zu Puls eingestellt. Zur Intensitätsregelung verweilt der Strahl so lange auf jedem Punkt, bis die berechnete Solldosis erreicht ist. Dieses Verfahren erlaubt somit ein präzises dreidimensionales Abtasten des vom Arzt vorgegebenen Zielvolumens. Es stellt eine erhebliche Verbesserung im Vergleich zu herkömmlichen Bestrahlungsmethoden dar.



Bei der Methode „beschießt“ eine Ionenquelle den vorher exakt vermessenen Tumor mit Protonen oder Kohlenstoff-Ionen. Die winzigen Partikel werden dabei in einer Beschleunigeranlage auf halbe Lichtgeschwindigkeit gebracht und mit Magnetfeldern direkt in die Geschwulst gelenkt. Dort setzen sie ihre Energie frei und zerstören damit die bösartigen Zellen. Das umliegende gesunde Gewebe wird kaum in Mitleidenschaft gezogen, da die Zerstörungskraft der Ionen erst ab einer bestimmten Eindringtiefe einsetzt, um dann schnell wieder abzufallen. Außer Hautrötungen und leichten Schleimhautschwellungen treten kaum Nebenwirkungen auf. Gerade für Tumoren, die sehr dicht an sensiblen Organen wie Sehnerv oder Hirnstamm liegen und somit keine Operation zulassen, ist die neue Methode geeignet. Der Arzt kann mit einer drehbaren Strahlzuführung die winzigen Krebskiller präzise wie ein Skalpell in das kranke Gewebe steuern und benachbarte Organe umgehen. Nach GSI-Studien klettern so die Heilungschancen auf über 90 Prozent. Auch die Behandlungsdauer ist viel kürzer als bei herkömmlichen Bestrahlungen – maximal 30 Minuten Partikelbestrahlung über 20 Tage hinweg genügen, um einen deutlichen Tumorrückgang zu erzielen und ein erneutes Wachstum zu verhindern. Die Therapie ist so schonend, dass Patienten weiter zur Arbeit gehen können.

... mehr zu:
»GSI »Gewebe »Organ


Die GSI baut derzeit eine Pilotanlage für das Uni-Klinikum Heidelberg. Ab 2006 soll es drei Bestrahlungsplätze für jährlich rund 1.000 Patienten geben. Siemens konstruiert Partikeltherapie-Anlagen für den klinischen Routinebetrieb. Die zukünftigen Bestrahlungseinrichtungen werden modular und standardisiert sein, was Planung, Zulassung und Betrieb vereinfacht.

Norbert Aschenbrenner | Siemens Technikkommunikation
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/pof

Weitere Berichte zu: GSI Gewebe Organ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Innovative Antikörper für die Tumortherapie
20.02.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Nervenschmerzen zukünftig wirksamer behandeln
20.02.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten