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Sonnenschutz ist kein Kinderkram

05.05.2004

Wer einmal in der Kindheit Pigmentmale durch UV-Strahlung erworben hat, entwickelt im Laufe seines Lebens immer mehr. Auch ohne weitere Sonnenbrände kann sich die Anzahl der Pigmentmale bereits in vier Jahren verdoppeln. Und das schon im Kindesalter. Dies zeigt eine neue Studie der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention und der Deutschen Krebshilfe. Dabei steigt mit der Anzahl der Pigmentmale das individuelle Risiko für ein Malignes Melanom (Schwarzer Hautkrebs). "Sonnenschutz ist kein Kinderkram" ist deshalb das Motto der bundesweiten Aufklärungskampagne, mit der die beiden Organisationen jetzt erstmals in die Grundschulen gehen. Außerdem gibt es eine gemeinsame CD mit dem beliebten Kinderliedermacher Rolf Zuckowski, die jedem Kind klar macht: Sonnenschutz ist kinderleicht und ganz einfach in den Alltag zu integrieren.

Die neue Studie der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention und der Deutschen Krebshilfe vergleicht die Veranlagung, die UV-Belastung und die Pigmentmal-Entwicklung bei 6- und 10-jährigen Kindern. Schon in dieser Altersspanne nehmen die auffälligen Pigmentmale über 2 mm deutlich zu. Bei den 6-Jährigen war jedes 100. Kind betroffen. Mit 10 Jahren hat bereits jedes 10. Kind mindestens ein auffälliges Pigmentmal. Sogar jedes vierte Kind hat in diesem Alter bereits 40 oder mehr Pigmentmale.

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Sonnenschutzmittel haben hierauf keinen Einfluss. Im Gegenteil: Kinder, deren Eltern angaben, regelmäßig Sonnenschutzmittel anzuwenden, entwickelten mehr Pigmentmale als die übrigen Kinder. "Dabei wirkt sich die Anzahl der Pigmentmale auf das individuelle Hautkrebsrisiko aus. Es ist der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung des Malignen Melanoms. Hinzu kommt das Risikopotential für den Basalzell- und den Stachelzellkrebs, das unsichtbar in der Haut entsteht," so Prof. Eckhard Breitbart, Zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention.

Damit tragen bereits die Grundschulkinder ein großes Risiko in sich, später an Hautkrebs zu erkranken. Doch dieses Wissen nützt nichts, wenn es nicht von Kindern und Erwachsenen umgesetzt wird. Neue Impulse dafür geben die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention und die Deutsche Krebshilfe mit einer bundesweiten Grundschulaktion. Anfang Mai 2004 erhalten 17.000 Grundschulen von diesen beiden Organisationen die Unterrichtsmappe "Sonnenschutz ist kein Kinderkram". Sie enthält Informationen zum Thema "Haut und Sonne" für die Lehrer, Unterrichtsvorschläge inklusive Arbeitsbögen und Schülerhefte.

Die Grundlagen dafür wurden im Rahmen der internationalen Euroskin-Konferenz "Children under the Sun" auf einem internationalen Workshop der WHO erarbeitet.

Für den Unterricht oder andere Schulaktivitäten stehen außerdem Hautärzte der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie zur Verfügung. Anfragen dafür nimmt die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention entgegen.

Auch der beliebte Kinderliedermacher Rolf Zuckowski unterstützt die diesjährige Kampagne der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention und der Deutschen Krebshilfe. Mit den fröhlichen Sommerliedern und den Radiogeschichten vom lustigen Seehund Nobbi lernen die Kinder, wie sie sich in der Sonne schützen. Die CD/MC ist ab dem 10. Mai 2004 im Handel erhältlich. Mit einem Lied aus der CD wird Rolf Zuckowski auch seine bundesweiten Open Air Konzerte im Juli und August 2004 eröffnen.

Außerdem gibt es im Rahmen des "Kind- & Sonne-Lebens-Phasen-Programms" im Juli 2004 eine bundesweite Plakatkampagne, die den Erwachsenen klar macht: Kinder können nicht aus ihrer Haut und müssen besonders geschützt werden.

"Kinder und Erwachsene sollen die Sonne ruhig genießen. Es muss aber selbstverständlich werden, dass jeder sich im Sonnenschein nicht auszieht - sondern anzieht! Und in der Mittagszeit sollte man unbedingt in den Schatten gehen," erklärt Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Denn: Sonnenschutz ist kein Kinderkram!

Bestelladressen Broschüre

Die Broschüre "Der Sonnenratgeber für die Haut ab 0" kann bestellt werden bei: Deutsche Krebshilfe, Thomas-Mann-Straße 40, 53111 Bonn. Außerdem gibt es dort weiterhin die Broschüren "Der kleine Sonnenreiseführer", "Achtung, Sonne", "Selbstverteidigung für Solariumgänger" und "So schützen Sie sich vor dem schwarzen Hautkrebs". Alle Broschüren sind kostenlos.

Dr. Eva Kalbheim | ArGe Dermatolog.Prävention
Weitere Informationen:
http://www.unserehaut.de
http://www.krebshilfe.de

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