Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit einer CD nach neuen Medikamenten suchen

20.04.2001


... mehr zu:
»Synthese
In diesem Jahr präsentiert sich die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) auf der Hannover Messe vom 23. bis 28. April 2001 zusammen mit anderen Hochschulen und Unternehmen auf dem
niedersächsischen Gemeinschaftsstand. Die GBF stellt den BioDisk-Synthesizer aus, ein Testverfahren zur Suche nach Molekülen für Diagnostik und Therapie.

Mit dem derzeit noch in der Entwicklung befindlichen Gerät sollen im Hochdurchsatz bis zu 40.000 verschiedene Substanzen gleichzeitig hergestellt und getestet werden. Im ersten Schritt werden die Substanzen auf einer speziellen CompactDisk (CD) aus Kunststoff schrittweise aufgebaut. Danach werden sie mit biologischen Analyseproben in Kontakt gebracht, also auf ihre Funktion getestet. Gegenüber vergleichbaren Verfahren zeichnet sich der BioDisk-Synthesizer durch das Format (CD) aus. Es ermöglicht durch seine kontinuierliche Drehbewegung und die mit über 100 Herz getaktete Dosiervorrichtung eine schnelle gezielte Verteilung der Substanzen auf der Oberfläche.

Ein Anwendungsgebiet für das Gerät ist die Suche nach biologisch aktiven Peptiden. Peptide sind kleine, aus mehreren Aminosäuren bestehende Eiweißmoleküle. Wissenschaftler verwenden sie , um biologische Vorgänge im Detail zu erforschen. Damit kann die CD genutzt werden, um Stoffe zu identifizieren, die zum Beispiel zur Früherkennung von Krankheiten oder als Medikamente eingesetzt werden können.

Das Verfahren hat die GBF im Rahmen eines vom BMBF geförderten Verbundprojektes gemeinsam mit der MediUm TECH GmbH und der Jerini Bio Tools GmbH in Berlin entwickelt. Zu sehen ist das Gerät auf dem niedersächsischen Gemeinschaftsstand in Halle 18, 1. Obergeschoss, Stand J09.

"Solche Verfahren - bekannter unter den Schlagwörtern kombinatorische Synthese und Ultra- Hochdurchsatz-Screening - haben in den letzten Jahren die Biowissenschaften erobert", erklärt Dr. Ronald Frank, Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Erkennung der GBF. Besonders die Pharmaindustrie habe diese Technologien weiterentwickelt, um kostengünstig neue Medikamente mit geringem Zeitaufwand zu produzieren. "Anstatt Substanzen zu suchen, die im Repertoire der Natur vorkommen, synthetisieren wir Massen verschiedener Moleküle und überprüfen, ob diese eine gewünschte Funktion erfüllen", so Frank.

GBF-Forscher waren an der frühen Entwicklung zur kombinatorisch chemischen Synthese von Polypeptiden und Oligonucleotiden beteiligt. Die GBF hält zwei Patente, von denen sie eines vor kurzem an Jerini Bio Tools GmbH verkauft hat. Das junge Berliner Unternehmen baute das so genannte SPOT-Syntheseverfahren aus, um für seine Kunden Molekülbibliotheken zu erstellen. Gegen die Einsprüche von großen Firmen konnten die GBF-Patente erfolgreich verteidigt werden.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dipl.-Biol./Dipl.-Journ. Thomas Gazlig |

Weitere Berichte zu: Synthese

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie