Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nach dem Kreuzbandriss aufs Unterwasserfahrrad

23.04.2001


... mehr zu:
»Kreuzbandriss
Nach dem Kreuzbandriss schneller mobil
Hilfreiches Unterwasserfahrrad
RUB-Studie testet Rehabilitationsmethode

Lothar Matthäus aufgepasst: Gegen die lange Verletzungspause nach dem Kreuzbandriss ist ein Kraut gewachsen. Fast doppelt so schnell wie die mit Standardmethoden rehabilitierte Vergleichsgruppe konnten Patienten mit Kreuzbandriss nach einer Therapie mit dem Unterwasserfahrrad ihr verletztes Bein wieder normal bewegen: Nur sechs bzw. sieben Wochen dauerte es, bis sie es wieder ganz strecken und beugen konnten. Lieber gleich aufs Unterwasserfahrrad lautet das Ergebnis der Studie "Prospektiv-randomisierte Vergleichsstudie zur Rehabilitation vorderer Kreuzbandplastiken zwischen konventioneller Therapie und Unterwasserfahrrad", die Dr. Martin von Kathen im Rahmen seiner Dissertation an der Orthopädischen Universitätsklinik der RUB im St. Josef-Hospital in Zusammenarbeit mit der Fabricius-Klinik in Remscheid durchführte.

Die Probe aufs Exempel im Vergleichstest

Zwei Gruppen mit je 24 Patienten hat von Kathen 20 Monate lang untersucht. Sie alle hatten sich wegen eines Kreuzbandrisses operieren lassen und waren aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Standardtherapie sieht vor, dass die Patienten ein Rehabilitationszentrum aufsuchen und dort zuerst ein bis zwei Wochen lang passive Bewegungen ausüben und verschiedene Therapien wie Kompression und Elektrotherapie durchlaufen. Von der dritten bis zur sechsten Woche bewegen sie ihr Bein unter Aufsicht auch aktiv und benutzen ein Standfahrrad. Während der siebten bis zwölften Woche trainieren sie ihre Muskeln mit Laufen und Radfahren, ab der 13. Woche dürfen sie wieder Wettkampfsport betreiben. Die Patienten, die das Unterwasserfahrrad benutzen, radelten etwa drei bis fünfmal pro Woche auf dem nicht rostenden, auf die Bedürfnisse des Patienten einstellbaren Gerät. Zunächst traten sie dreimal sieben Minuten vorwärts und rückwärts, dann dreimal zehn Minuten und schließlich auch bis zu einer halben Stunde. Ziel ist es, wöchentlich eine Belastungsstufe zu steigen.

Schneller Erfolg nach frühem Radeln

Die Ergebnisse der unterschiedlichen Therapien maß von Kathen einmal pro Woche durch einen Vergleich der Beweglichkeit zwischen dem gesunden und dem operierten Bein und einen Vergleich des Beinumfangs. Ganz zum Schluss nahm er eine ausführliche Abschlussuntersuchung vor. Es zeigte sich: Bereits nach sechs Wochen konnten Unterwasserfahrradpatienten ihr Bein wieder vollständig strecken - vier Wochen vor der Standardgruppe. Nach sieben Wochen klappte die Beugung wieder einwandfrei, dafür benötigte die Vergleichsgruppe immerhin 13 Wochen, also fast doppelt so lange. Darüber hinaus gelang es bei der Unterwasserfahrradgruppe, den bestehenden Kniegelenkerguss während des Untersuchungszeitraums vollständig zu beseitigen. Bei der Kontrollgruppe bestand am Ende der Zeit eine Seitendifferenz von 0,5 Zentimetern.

Favorit Unterwasserfahrrad

Die postoperative Mobilisationszeit nach dem Kreuzbandriss verkürzt sich wegen der stabilen operativen Sicherung und der hohen Reißfestigkeit des Kreuzbandimplantates mehr und mehr . Die besten Ergebnisse der Mobilisationsentwicklung erreichte man bisher mittels Aquajogging, das eine normale Beweglichkeit aber erst nach 10 Wochen ermöglichte. Gleichzeitig schnelle Erfolge aber auch eine gute Sicherheit machen also das Unterwasserfahrrad zum Favoriten. Und neben der Rehabilitation kann es auch in allen Bereiche von Prävention Behindertensport - als Kurz- oder auch Langzeittherapie - bis Breiten- und Leistungssport Einsatz finden. Der volkswirtschaftliche Nutzen liegt bei postoperativen / posttraumatischen Ereignissen aufgrund der Verkürzung der Krankheitsdauer, bei chronischen Erkrankungen durch das Aufschieben invasiver oder die Reduzierung medikamentöser Therapieformen auf der Hand.

Weitere Informationen

Dr. Martin von Kathen, Zur Kaisereiche 48a, 42349 Wuppertal, Tel. 0202/421025, Email:  Martin.vonKathen@TeleBeL.de

Dr. Josef König | idw

Weitere Berichte zu: Kreuzbandriss

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mikrobiologen entwickeln Methode zur beschleunigten Bestimmung von Antibiotikaresistenzen
13.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Überschreiben oder Speichern? Die Gewissensfrage zur Vergesslichkeit
13.02.2018 | PhytoDoc Ltd.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics