Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens stellt den weltweit ersten 64-Zeilen-Computertomographen vor

23.01.2004


Somatom Sensation 64 benötigt nur 0,37 Sekunden pro Rotation



Der weltweit erste 64-Zeilen-Computertomograph (CT) kommt aus dem Hause Siemens: Unter der Bezeichnung „Somatom Sensation 64“ basiert er auf der so genannten Speed4D Technologie – mit der leistungsstarken Röntgenröhre Straton als Kernelement. Das System wird nach einer umfassenden, klinischen Testphase voraussichtlich ab Herbst 2004 den 16-Zeilen-CT als bisheriges Top-Modell ablösen. Durch eine Leistung von 0,37 Sekunden pro Rotation erreicht der Computertomograph eine beispiellose Geschwindigkeit, gleichzeitig bietet eine von Siemens völlig neu entwickelte Detektortechnologie eine nicht gekannte Bildauflösung von 0,4 Millimetern bei Ganzköper- und Herzbildgebung. Dadurch verbessert sich die Effizienz in Kliniken und Praxen nachhaltig.



Die Speed4D Technologie, das Herzstück des neuen 64-Zeilers, besteht aus der neuen Röntgenröhre Straton, sowie den Software-Lösungen WorkStream4D zur Verbesserung des Arbeitsablaufs und des Datenhandlings, syngo InSpace4D für die Befundung des schlagenden Herzens und CARE Dose4D für die automatische Dosisanpassung in Echtzeit. „Diese Komponenten ermöglichen die Anwendung innovativer Mehrschicht-CT-Technologie und die effiziente Integration komplexer Bildgebungsverfahren in die tägliche klinische Praxis“, erläuterte Dr. Richard Hausmann, Leiter des Geschäftsgebietes Computertomographie bei Siemens Medical Solutions.

Zusammen mit dem neuesten von Siemens entwickelten Ultra Fast Ceramic (UFC) Detektordesign und der integrierten Detektorelektronik realisiert die Speed4D Technologie die Erfassung von bis zu 64 Zeilen pro Gantryumdrehung. Straton ist dabei die erste und einzige Röntgenröhre, die für eine Gantrygeschwindigkeit von bis zu 0,37 Sekunden pro Umdrehung vorbereitet ist, um kleinste Details der Herzanatomie auch bei höheren Herzfrequenzen ohne Bewegungsartefakte darstellen zu können. Die Röntgenröhre verfügt zudem über eine direkt gekühlte Anode, da alle mechanischen Teile außerhalb des Röhrenvakuums liegen. Dies führt zu beispiellosen Kühlraten von fünf Millionen Heat Units (MHU) pro Minute und macht bei fast null MHU große Wärmespeicherkapazitäten unnötig. Selbst unter größter Belastung kühlt die neue Röhre innerhalb von nur 20 Sekunden ab – deutlich weniger Zeit, als man für die Initiierung des nächsten Scans oder die Positionierung des nächsten Patienten benötigt. Mit einem fortschrittlichen elektromagnetischen Steuerungssystem für den Röntgenfokus verdoppelt die Straton-Röhre die Abtastdichte der Organe und führt zu einer deutlich verbesserten Auflösung.

Das Softwaretool WorkStream4D reduziert die bei jeder Untersuchung anfallenden Datenmengen und schafft damit die wesentliche Voraussetzung für den Umgang mit den enormen Datenmengen moderner CT-Bildgebung. Die diagnostischen Informationen der bis zu 2.000 dünnen Schichten, die bei einem hochauflösenden Scan anfallen, können durch direkte dreidimensionale Rekonstruktion der Rohdaten in einer vordefinierten Serie von Bildebenen dargestellt werden. Dies ermöglicht eine umfassende und sichere Diagnose mit bester Bildqualität, reduziert aber gleichzeitig das Datenvolumen auf ein Zehntel. Zudem macht WorkStream4D manuelle Rekonstruktionsschritte überflüssig: Innerhalb standardisierter Protokolle plant der Nutzer die Bildebenen, die er für die Diagnose benötigt, die Software übernimmt den Rest. Deutlich schneller als bisher funktioniert damit auch die Aufnahme schräger Ebenen des Körpers, also die Darstellung so genannter obliquer und doppelt obliquer Bilder, was eine schnellere Diagnose auch bei komplexer Anatomie erlaubt.

Mit syngo InSpace4D kann man Organe in Bewegung exakter darzustellen. „Bisher waren vierdimensionale CT-Aufnahmen des schlagenden Herzens wegen zu langwieriger Verarbeitungsschritte kaum realisierbar“, sagte Dr. Richard Hausmann. „Nun können Schichten in bis zu 24 Phasen des Herzzyklus in Echtzeit verarbeitet werden, so dass eine dynamische vierdimensionale Bewertung möglich wird.“
Ein weiterer Bestandteil der Speed4D Technologie ist eine Verbesserung von CARE (Combined Applications to Reduce Exposure), der Initiative für die Reduktion der Strahlendosis bei CT-Untersuchungen. Das neue CARE Dose4D analysiert die Querschnittsanatomie jedes individuellen Patienten in Echtzeit und passt die abgegebene Röntgendosis entsprechend an, ohne dass der Nutzer eingreifen muss. Dies vereinfacht den Scanvorgang erheblich und führt auch bei großen Volumenuntersuchungen und bei Untersuchungen von Kindern zu optimaler Bildqualität bei der niedrigsten möglichen Dosis. Erste klinische Erfahrungen mit CARE Dose4D beweisen Dosisreduktionen von bis zu 66 Prozent bei durchschnittlichen erwachsenen Patienten.

Der Somatom Sensation 64 arbeitet mit der von Siemens entwickelten einheitlichen Benutzeroberfläche syngo, der intuitiven Softwareplattform für alle bildgebenden Modalitäten und Systeme. Syngo vereinheitlicht die Bedienprozesse über unterschiedlichste Systeme wie zum Bespiel Magnetresonanztomographen oder CT hinweg. Die Softwareplattform wurde bisher weltweit mehr als 15.000 Mal verkauft.

Holger Reim | Pressereferat Medical Solutions
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/medical

Weitere Berichte zu: 64-Zeilen-Computertomograph CARE Röntgenröhre

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie