Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gen zum Herzinfarkt entschlüsselt

28.07.2003


Dicke Menschen sind besonders durch Herzerkrankungen und Krebs gefährdet

... mehr zu:
»BMI »Gen »Herzinfarkt

Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, ein Schlüsselgen zum Herzinfarkt zu entdecken. Bei Menschen, die unter einer Störung des LOX-1-Gens leiden, treten dreimal so oft Herzstörungen auf als bei Menschen, bei denen dieses Gen normal funktioniert, berichten die Herzspezialisten bei einem Treffen in Rom. Zahlreiche Studien in verschiedenen Ländern ergaben jeweils ähnliche Ergebnisse, berichtet BBC-Online. Die Forscher warnen aber davor, Herzerkrankungen nur als rein genetisch bedingt zu betrachten.

"Es wäre falsch zu sagen, dass LOX-1 das Gen zum Herzinfarkt ist", so Jawahar Mehta, Direktor der Abteilung für Kardiovaskulär-Medizin an der University of Arkansas for Medical Sciences. Der Forscher betont aber, dass Studien in verschiedenen Ländern wie etwa Japan, Italien und den USA zum Schluss gekommen sind, dass dieser Gendefekt zumindest das Risiko eines Infarktes stark erhöht. Mehta hofft, dass mit Hilfe des Einsatzes von Stammzellen dieser Defekt behoben werden kann. Guiseppe Novelli, Genetiker an der italienischen Tor Vergata Universität in der Nähe von Rom stellte fest, dass das 1997 entdeckte Gen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Herzinfarkten spielt. "Herzinfarkte sind aber keineswegs monokausale Erscheinungen und ein einzelner genetischer Grund ist definitiv auszuschließen", so der Experte, der einräumt, dass Umweltfaktoren, Lebensumstände und andere genetische Faktoren ebenso eine wesentliche Rolle spielen.


Experten des Pharmakonzerns La Roche arbeiten derzeit an der Erforschung von genetischen Defekten, die zu Herzinfarkten führen: Insgesamt sollen 65 Gene und 120 Varianten mit der Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen im Zusammenhang stehen. Mehta hat mit seinem Team jedenfalls entdeckt, dass LOX-1-Defekte bei der Arterienverstopfung eine wesentliche Rolle spielen.

Nach jüngsten Forschungsberichten von amerikanischen Wissenschaftlern haben dicke Menschen nicht nur ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, sondern sie sterben auch deutlich häufiger an Krebs als Schlanke. Bei über 900.000 untersuchten Personen und 57.000 Krebstodesfällen über einen Zeitraum von 16 Jahren stellte sich heraus, dass diejenigen, die zu Beginn der Studie einen Body-Mass-Index (BMI) von 40 (Normalgewichtige haben einen BMI zwischen 18,5 und 24,9) und mehr aufgewiesen hatten, wesentlich häufiger an bösartigen Tumoren starben als Normalgewichtige. Bei übergewichtigen Männern lagen die Mortalitätsraten um 52 Prozent, bei adipösen Frauen um 62 Prozent höher als bei den normalgewichtigen Geschlechtsgenossen, berichten die Experten um Eugenia E. Calle im New England Journal of Medicine. Dicke Männer sterben häufiger an Magen- und Prostatakarzinomen, dicke Frauen an Brustkrebs und Malignomen des Uterus, der Zervix und der Eierstöcke.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://content.nejm.org

Weitere Berichte zu: BMI Gen Herzinfarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie