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Bypass minimal invasiv - Mini-Magnet statt Faden

21.07.2003


MHH-Ärzte operierten im Klinikum Hannover Oststadt Bypass nach neuer Methode



Einen Bypass mit Magneten legen - und das minimal invasiv: Diese neue Bypass-Operationsmethode entwickelten Herzchirurgen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und wendeten sie am 11. Juli 2003 erstmals außerhalb einer klinischen Studie an. Bereits vor zwei Jahren operierte ein Team um Privatdozent Dr. Uwe Klima, Abteilung Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie der MHH, im Klinikum Hannover Oststadt zum ersten Mal mit dieser so genannten Magnetanastomose, damals allerdings am offenen Herzen. Bypass und Herzkranzgefäß werden dabei von Mini-Magneten zusammengehalten, die lediglich so groß wie Reiskörner sind.

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Jetzt gelang es Dr. Klima, diese Operation mit einer weiterentwickelten Form von Magneten minimal invasiv durchzuführen, und das am schlagenden Herzen. Vorzugsweise eignet sich diese Methode für Patienten, bei denen vor allem der "vordere Hauptast" (Ramus interventricularis anterior) betroffen ist. Bislang erhielten elf Patienten einen solchen "Magnetbypass". Durch einen Schnitt von wenigen Zentimetern unterhalb der linken Brust setzten die Experten die Gefäßverbindung ein. "Der Vorteil des minimal-invasiven Eingriffs: Das Brustbein muss nicht mehr in seiner vollen Länge gespalten werden", erklärt Dr. Klima den Hauptunterschied zur Operation am offenen Herzen. "Ein einziges Blutgefäß anzuschließen dauert mit der Nahttechnik zehn Minuten, mit der Magnettechnik nur ein bis zwei Minuten. Dadurch reduziert sich die gesamte Operationszeit, vor allem aber die kritische Phase, während der das Herzkranzgefäß nicht durchblutet ist. Der Eingriff ist erheblich schonender für die Patienten", sagt Dr. Klima.

Und so funktioniert es: Die Gefäße werden durch zwei reiskorngroße, goldbeschichtete, magnetische Ringpaare verbunden. In das Bypass-Gefäß wird ein Ring eingeführt, der von außen durch einen zweiten Ring gehalten wird, so dass eine Öffnung für den Anschluss bleibt. Das Gleiche geschieht am Herzkranzgefäß. In einem nächsten Schritt werden die beiden Ringpaare zusammengeführt, die Magneten ziehen sich gegenseitig an und verbinden so die Gefäße miteinander. Das Blut kann durch die Öffnung fließen, der Herzmuskel wird wieder mit Sauerstoff versorgt.

Bereits im Juli 2001 hatte das Team um Privatdozent Dr. Uwe Klima in der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Klinikum Hannover Oststadt (Leiter: Professor Dr. Axel Haverich) einen Patienten mit der damals neuen Magnetanastomose behandelt. Der Mann litt an verkalkten Herzkranzgefäßen. "Damals wurde die neue Magnet-Anschlusstechnik in der MHH weltweit zum ersten Mal durchgeführt", berichtet Dr. Klima.

Seitdem haben MHH-Ärzte insgesamt 80 Patienten im Klinikum Hannover Oststadt einen solchen "Magnetbypass" eingesetzt, davon bei elf Operationen minimal invasiv. Die Magnetanastomosen eignen sich prinzipiell für alle Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen. Ärzte können die Magneten am "offenen" Herzen mit oder ohne Herz-Lungenmaschine und nun auch in minimal-invasiver Technik anwenden.

Weitere Informationen:

Dr. Uwe Klima
Telefon: (0511) 906-3333
E-Mail: klima@thg.mh-hannover.de

Dr. Arnd Schweitzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de

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