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Molekulare Therapie bei Leukämie

15.04.2003


Mit diesem von der José Carreras-Leukämie-Stiftung mitfinanzierten hochmodernen Pipettier-Roboter steht Dr. Carsten Müller-Tidow ein wichtiges Hilfsmittel für seine Untersuchungen zur Verfügung.


Die Entwicklung neuer molekularer Behandlungsstrategien bei akuter myeloischer Leukämie (AML) ist das Ziel eines Forschungsprojektes an der Medizinischen Klinik A des Universitätsklinikums Münster (UKM).

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Eine große Unterstützung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten, die zunächst Licht in die nach wie vor im Dunkeln liegenden molekularen Entstehungsmechanismen dieser Erkrankung bringen sollen, erfährt die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Carsten Müller-Tidow und Prof. Dr. Hubert Serve jetzt bereits zum zweiten Mal durch die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V.. Fördergelder in Höhe von rund 400.000 Euro stellt die Stiftung den Forschern in Münster für dieses Projekt zur Verfügung.

Trotz großer Fortschritte auf dem Gebiet der Leukämieforschung ist die akute myeloische Leukämie nach wie vor eine lebensbedrohliche Erkrankung. Fast jedes fünfte Kind, das an akuter Leukämie erkrankt ist, und sogar 80 Prozent der erwachsenen Patienten leiden an dieser speziellen Form des Blutkrebses. Die molekularen Mechanismen, die bei ihrer Entstehung eine Rolle spielen, sind bislang noch weitgehend ungeklärt. Bekannt ist allerdings, dass eine Vielzahl von genetischen Veränderungen in blutbildenden Vorläuferzellen an der Entstehung der AML beteiligt sind. Diese Gen-Mutationen führen dazu, dass unreife, sich abnorm vermehrende bösartige Knochenmarksvorläuferzellen das Knochenmark infiltrieren und die normale Blutbildung verdrängen. Dadurch ist auch die Regulation des gesunden Zellzyklus’ bei diesen Zellen gestört.


"Wenn uns die genauen molekularbiologischen Mechanismen der Leukämie-Entstehung bekannt sind, besteht Hoffnung, neue Therapieformen zu entwickeln, die gezielt bei den genetischen Veränderungen ansetzen", erläutert Dr. Carsten Müller-Tidow, der vor vier Jahren gemeinsam mit Prof. Dr. Hubert Serve begonnen hat, die internationale Arbeitsgruppe für molekularbiologische Hämatologie/Onkologie an der Medizinischen Klinik A des UKM aufzubauen. Die münsterschen Wissenschaftler gehen davon aus, dass die neuen Behandlungsstrategien weniger schädliche Nebenwirkungen mit sich bringen als bisher verfügbare Therapieformen und somit die Heilungschancen langfristig erhöhen. Dazu ist es notwendig festzustellen, welche Gene gesunde und abnorme Mechanismen innerhalb der Blutzellen auslösen oder blockieren.

Die molekularbiologische Leukämieforschung erfordert nicht nur besonderes Know-how und viel Engagement, sondern auch modernste Arbeitsmittel, Techniken und Technologien, die zeit- und kostenaufwendig sind. "Nur dank der José Carreras Leukämie-Stiftung ist es uns möglich, die erfolgreiche Arbeit an diesem Projekt fortzusetzen", betont Müller-Tidow.

Nicht zuletzt der engen Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Ärzten aus Forschung, Lehre und Klinik verdankt die Universitätsklinik Münster ihren international hervorragenden Ruf in der Behandlung von Patienten, die an Leukämie erkrankt sind.

Jutta Reising | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de/institute/meda/

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