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Energiegewinnung bei Frauen und Männern im Ausdauersport unterschiedlich

24.03.2003


Neue Studien zeigen, dass Frauen während einer längeren körperlichen Leistung anders Energie erzeugen als Männer.



Im Verhältnis gewinnen sie mehr Energie aus Fett. Die Basisernährung von Sportlerinnen und Sportlern ist im Grundsatz zwar nichts anderes als eine gesunde Ernährung. Trotzdem benötigt sie ein besonderes Augenmerk, denn vor, während und nach einer Belastungsphase verfolgt sie andere Ziele wie beispielsweise die Leistungsförderung oder die schnelle Regeneration. Diese und weitere Aspekte diskutierten rund 250 Fachleute an der internationalen Tagung "Angewandte Sporternährung", die letzten Freitag an der ETH Zürich stattgefunden hat.

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Die Sportphysiologie ist bisher vorwiegend an Männern erforscht worden. Die Ernährungsempfehlungen basieren deshalb auf diesen Erkenntnissen. Neuere Studien zeigen aber, dass Frauen während einer Ausdauerbelastung proportional mehr Fette und weniger Kohlenhydrate und Proteine umsetzen als Männer. Frauen können mit einem so genannten "Carboloading" (Kohlenhydrate Laden) auch weniger Kohlenhydrate in den Muskeln speichern und müssen dafür vor einem Wettkampf extrem viel Kohlenhydrate essen. Dennoch erzielen sie bei der Überfüllung der Glycogenspeicher nur 50% des Ausmasses der Männer. Dafür können Frauen von den Kohlenhydraten, die sie während der Leistung zuführen, mehr profitieren als Männer.

Gesunde Ernährung bildet die Basis der Sporternährung

Die Ernährung von Leistungssportlerinnen und -sportlern unterscheidet sich im Grundsatz - abgesehen von der Menge - nicht von einer gesunden Ernährung für Nicht-Sporttreibende. Sportlerinnen und Sportler müssen ihren erhöhten Energieverbrauch jedoch durch eine grössere Nahrungsaufnahme ausgleichen. Trotzdem ist die Erforschung der Sporternährung von Bedeutung, denn vor, während und nach einer körperlichen Belastung verfolgt sie andere Ziele als die normale gesunde Ernährung. Zu diesem Zeitpunkt stehen die Förderung der Leistung bzw. eine rasche Regeneration des Körpers im Vordergrund. Zum ersten Mal hat das "Swiss Forum for Sport Nutrition" nun eine internationale Tagung durchgeführt. An der ETH Zürich sind verschiedene Aspekte der spezifischen Herausforderungen bei der Ernährung von Leistungssportlerinnen und -sportlern präsentiert und intensiv diskutiert worden.

Sporternährung in der Praxis nicht optimal

Eine Studie, welche die ETH Zürich in Zusammenarbeit mit dem Sportwissenschaftlichen Institut des Bundesamtes für Sport kürzlich durchgeführt hat, zeigt, dass die Ernährung im Schweizer Spitzensport nicht optimal ist. Hauptproblem ist die ungenügende Zufuhr von Energie bzw. Kohlenhydraten. Insbesondere Frauen essen oftmals zu wenig. Die Podiumsdiskussion mit Trainern, Sportlern, Arzt und Ernährungsspezialist am Schluss der Tagung bestätigte, dass die Ernährung im sportlichen Alltag noch zuwenig beachtet wird. Für die körperliche Leistungsfähigkeit ist sie sehr wichtig, aber trotzdem ist sie nur einer von vielen Einflussfaktoren, die den Sieg ermöglichen. "Wenn wir einen Querschläger in unserem Team haben, dann schadet uns das mehr als eine schlechte Ernährung", meinte beispielsweise ein Fussballtrainer an der Podiumsdiskussion.

Sportlerinnen sind für Essstörungen besonders gefährdet

Krankhafte Essstörungen sind bei Athletinnen ausgeprägter als bei Athleten. Sportlerinnen sind auch gefährdeter als die übrige weibliche Bevölkerung, an Magersucht oder Bulimie zu erkranken. Jorunn Sundgot-Borgen vom Nationalen Olympischen Trainingszentrum in Oslo zeigte an der Tagung den Zusammenhang zwischen Essstörungen, Zyklusstörungen und Osteoporose auf. Diäthalten führt häufig zu diesen ernstzunehmenden Krankheiten. Das Vermeiden von Essstörungen bzw. das frühe Erkennen der Symptome und richtige Behandeln stellt hohe Anforderungen an die Betreuerinnen und Betreuer. Trainerinnen und Trainer, Funktionäre, Eltern und alle weitere Betreuerinnen und Betreuer müssen dabei ihre Verantwortung wahrnehmen.

Beatrice Miller | idw
Weitere Informationen:
http://www.sfsn.ethz.ch

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