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Shrimps-Cocktail bei schweren Wunden

10.02.2003


Verbandsmaterial aus Krebsschalen und Essig soll starke Blutungen sofort stoppen



Krebsschalen und Essig sind das Geheimnis, mit dem Soldaten, die schwere Verwundungen erlitten haben, vor dem Verbluten geschützt werden sollen. Ein Wissenschaftsteam aus Portland/Oregon hat das neue Wundverbandspflaster entwickelt. Das Pflaster hat heute, Freitag, die Zulassung der Food and Drug Administration (FDA) erhalten, berichtet die Singapore Straits Times.

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"Im Grunde hat sich nichts am Schlachtfeld verändert", so Kenton Gregory, Kardiologe und Entwickler des Pflasters. Der Tod durch Verbluten ist eines der größten Risiken für die Soldaten, meint der Wissenschaftler. "Daher tragen die Sanitäter heute wie damals in erster Linie Verbandsmaterial in ihren Rucksäcken", erklärt der Experte, der gemeinsam mit dem pensionierten Colonel Bill Wiesmann das Unternehmen HemCongegründet hat, das die Wundverbände herstellt. Die Combat Casualty Care der US-Army hat bereits 10.000 der Bandagen bestellt. Die Verbände sollen sofort in die Golfregion transportiert worden sein. Mehr als 400.000 Dollar an Forschungsgeldern gaben die Verantwortlichen der Armee zur Entwicklung geeigneter Verbandsmaterialen aus.

Einer der besten Verbandsstoffe war das natürlich vorkommende Protein Chitosan, ein Stoff, der in den Chitinpanzern von Krustentieren, also Shrimps und Krebsen, vorkommt. Die ersten Prototypen eines Verbandes aus Chitosan waren aber unbrauchbar. Sie zerfielen zu schnell in Einzelteile. Der australische Forscher Simon McCarthy gab Essig als Wirkstoff hinzu. In verschiedenen Versuchen stellte sich die Kombination als besonders geglückt heraus. Das Army Institute of Surgical Reasearch in Fort Sam Houston in Texas hatte die Auswahl zugunsten der zwei Komponenten-Verbandsstoffe angenommen. Entscheidende Kriterien waren die einfache Handhabung des Verbandsmaterials und die minimalen Anforderungen der Lagerung.

Chitosan hat sich als Wirkstoff in der Medizin als sehr erfolgreich erwiesen. Im Singapur General Hospital wird er als biologisch abbaubares Material für die Regeneration der Haut angewendet. Chitosan hemmt die Bakterienbildung und verhindert Entzündungen, speichert Feuchtigkeit und bindet Proteine, Eiweiße, Fette und Gerüche. Der Wirkstoff ist völlig ungiftig und nach Zellulose der zweithäufigste natürlich nachwachsende Rohstoff der Welt. Walter Becker, Professor für Textilchemie der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld, hat im Rahmen eines deutschen AIF- Forschungsprojektes die Eigenschaften der Chitosane bei der Wundheilung, der Flüssigkeitsaufnahme und der Vermeidung von Gerüchen untersucht.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://straitstimes.asia1.com.sg
http://www.hemcon.com
http://www.aif.de

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