Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

59 neue Medikamente für 2003 geplant

03.02.2003


Pläne der Bundesgesundheitsministerin gefährden schnellen Zugang der Patienten zu Arzneimittel-Innovationen

59 neue Medikamente sollen nach den Planungen der forschenden Arzneimittelhersteller im Jahr 2003 auf den Markt kommen. "Der Schwerpunkt liegt bei neuen Therapiemöglichkeiten für die großen Volkskrankheiten. Die meisten Innovationen werden Patienten mit Krebs, Asthma, Depressionen, Schizophrenie, Osteoporose, Herz-Kreislauf- und Infektionskrankheiten/AIDS zu Gute kommen", erklärte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), Cornelia Yzer, heute in Berlin.

Die aktuell von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt geplante Zusatzbewertung von Arzneimitteln in einem neu einzurichtenden Zentralinstitut ist nach Ansicht des VFA ein Versorgungsverhinderungsinstrument. "Der schnelle Zugang des Patienten zu modernen Medikamenten wird gefährdet. Internationale Erfahrungen belegen, dass selbst bei schweren und lebensbedrohlichen Erkrankungen Patienten bei einer solchen Zentralbewertung ein Jahr und mehr auf die neue Therapie warten müssen", kritisierte die VFA-Hauptgeschäftsführerin die vorgesehenen neuen Regulierungen und bürokratischen Hürden. Yzer verwies darauf, dass Arzneimittelinnovationen bereits in einem umfangreichen Zulassungsverfahren ihren Nachweis der Wirksamkeit, Qualität und Unbedenklichkeit erbracht haben.

Bei den für dieses Jahr vorgesehenen Neuentwicklungen handelt es sich nach einer Umfrage unter den 44 VFA-Mitgliedsunternehmen, die zwei Drittel des deutschen Arzneimittelmarktes repräsentieren, um 23 Präparate mit neuen chemisch definierten Wirkstoffen und sechs mit gentechnisch hergestellten Wirkstoffen. 30 geplante galenische Innovationen verbessern - etwa durch veränderte Zubereitung oder eine neue Form der Einnahme - die Arzneimitteltherapie, da die Präparate noch besser verträglich beziehungsweise für größere Patientengruppen geeignet sind oder die Therapietreue erleichtern.

Yzer betonte, dass diese Arzneimittel das Ergebnis jahrelanger intensiver Arbeit der Forscher in den pharmazeutischen Unternehmen seien: "In Deutschland setzen die VFA-Mitgliedsfirmen heute täglich 9,3 Millionen Euro für die Erforschung und Entwicklung neuer und besserer Medikamente ein."

Die VFA-Hauptgeschäftsführerin unterstrich, dass die hohen Ausgaben der Unternehmen für Arzneimittelforschung am Standort Deutschland kein Selbstläufer seien: "Wenn die Gesundheitspolitik immer weitere Einschnitte auf Kosten einer modernen Arzneimittelversorgung vornimmt, dann gerät der Forschungsstandort Deutschland immer mehr unter Abwanderungsdruck." Alle Erfahrung zeige, dass die Produktion über kurz oder lang der Forschung folgt. Yzer: "Die Innovationen, auf die Patienten in Deutschland weiterhin dringend warten, werden dann zum Importartikel und im Ausland oft früher zur Verfügung stehen als den Patienten hierzulande."

Marc Rath | VFA
Weitere Informationen:
http://www.vfa.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie