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Medikamente auf Herbizid-Basis gegen Schlafkrankheit

28.01.2003


Ansatz liefern Pflanzengene in Parasit Trypanosoma brucei



Der Parasit Trypanosoma brucei, Auslöser der Schlafkrankheit, hat einmal eine Pflanze geschluckt. Wissenschaftler der Universite catholique de Louvain in Belgien http://www.ucl.ac.be entdeckten im Organismus pflanzenartige Gene, die einen neuen Ansatz für Medikamente gegen die Mikrobe darstellen könnten. Die Schlafkrankheit befällt jährlich rund eine Mio. Menschen in Afrika südlich der Sahara. Durch Trypanosomen werden die ebenfalls tödliche Chagas-Krankheit in Südamerika und die Leishmaniose ausgelöst.



Vor mehr als einer Mrd. Jahre haben sich die Vorfahren der Trypanosomen vermutlich mit einer Grünalgenspezies zusammengeschlossen, erklärte Fred Opperdoes. Mit der Pflanze an Bord konnten die Trypanosomen die Sonnenenergie nutzen. "Für die Mikroorganismen hätte dies einen enormen Vorteil gebracht", erklärte Opperdoes. Zu Parasiten gewordene Trypanosomen hätten nicht weiter Photosynthese betreiben müssen. Später ist die Alge degeneriert und einige der Gene wurden zu Genen der Trypanosomen. "Für den Parasiten sind die Gene lebenswichtig", so der Forscher in einem Bericht des Fachblatts Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org .

Opperdoes ist bereits seit mehr als zehn Jahren davon überzeugt, dass diese Gene ideale Medikamenten-Kandidaten darstellen. Bislang war aber unklar, woher die Gene stammen. Die belgischen Forscher entdeckten die Pflanzengen-Relikte bei der Analyse der Genome von T. brucei und Leishmania mexicana. Bisher wurden 16 relevante Gene gefunden.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pnas.org
http://www.ucl.ac.be

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