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In-vitro-Kinder erkranken häufiger

17.01.2003


Gen-Forscher: Klon-Kinder wären noch mehr gefährdet



Künstlich befruchtete Kinder erkranken nach Meinung internationaler Forscher eher an seltenen Krankheiten, als "normal" gezeugte Kinder. Nicht nur genetisch bedingte Erkrankungen wie das Beckwith-Wiedemann Syndrom, sondern auch Krebs und andere Geburtsfehler treten häufiger bei In-vitro-Fertilisationen auf, berichten Wissenschaftler vom in Cambridge im britischen Journal of Medical Genetics.

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Die Chance am seltenen Beckwith-Wiedemann-Symptom zu erkranken, ist bei Kindern, die durch In-vitro-Fertilisation auf die Welt gekommen sind, viermal höher als bei "normalen" Kindern. Bei einem geklonten Kind würde diese Rate noch höher liegen, meinen die Forscher, weil diese Technik das Imprinting der Gene stört, die die Wachstumsaktivität im Mutterbauch kontrolliert. Das Beckwith-Wiedemann-Syndrom ist ein Großwuchssyndrom, das mit Fehlbildungen einhergeht und zu bestimmten Tumoren führt. Geburtsgewicht und Geburtsgröße sind erhöht und das Neugeborene leidet unter hervortretende Augen und Eindellungen an den Ohren (Kerbenohren). "In beiden Fällen, bei der In-vitro-Fertilisation und bei der intrazytoplasmatischen Spermien-Injektion, ist die Zahl der erkrankten Kinder höher.

Im Falle eines Klons wäre die Fehlerquote noch höher", so Wolf Reik vom Brabraham Institute. "Denn die Chance einer Imprinting-Störung ist ungleich höher, als bei gezeugten Kindern", so Reik. Der Forscher glaubt, dass diese Imprinting-Fehler auch der Grund für die zahlreichen Todesfälle beim Klonen von Lebewesen sind. In einer Studie, die die Wissenschaftler an Kindern, die an dem Syndrom leiden, durchgeführt haben, kamen die Forscher zum Schluss, dass vier Prozent der künstlich befruchteten Neugeborenen an der seltenen Krankheit litten. Am Syndrom erkranken etwa zwei bis fünf Kinder von 100.000.

Die Studie zeige nur deutlich, dass reproduktives Klonen eine gefährliche Angelegenheit sei, meinte der Nobelpreisträger Paul Nurse, CEO der British Cancer Research. Clonaid, jenes Unternehmen, das von der Raelisten-Sekte für die Klon-Babys verantwortlich ist, hatte bisher jegliche Beweise der tatsächlichen Existenz von geklonten Kindern abgelehnt. Gründe dafür liegen in der strafrechtlichen Verantwortung des Unternehmens wie ein Gericht in Florida bereits angekündigt hatte.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.babraham.ac.uk
http://jmg.bmjjournals.com

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