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Protein macht Männer weniger schmerzempfindlich

17.12.2002


Erkenntnis soll Entwicklung frauen-spezifisischer Medikamente vorantreiben




Ein wesentlicher und geschlechtsspezifischer Unterschied in der Übertragung von Schmerzsignalen zwischen den Nervenzellen macht Männer weniger schmerzempfindlich. Bei Männern spielt das Protein GIRK2 eine zentrale Rolle für die Empfindung von Schmerzen und für die Reaktion auf Medikamente. Für Frauen spielt GIRK2 keine Rolle. Wird das Protein allerdings entfernt, herrscht Gleichstand zwischen den Geschlechtern: Männer und Frauen halten Schmerzen gleich gut aus. Die Ergebnisse könnten die Entwicklung neuer, frauen-spezifischer Schmerzmittel vorantreiben, berichten zwei US-Forschergruppen im Fachmagazin Proceedings of the National Acadamy of Sciences (PNAS).

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Ursprüngliches Ziel der Forschergruppen von der University of California/San Francisco (UCSF) und der University of Texas/Austin war es nicht, Geschlechtsunterschiede ausfindig zu machen. Das Team um Allan Basbaum von der UCSF untersuchte die Schmerzempfindlichkeit bzw. die Wirkung von schmerzstillenden Medikamenten an Mäusen. Die Forscher wollten herausfinden, wie die Medikamente Morphium und Clonidin arbeiten. Das University-of-Texas-Team untersuchte die Wirkung von Ethanol, Nikotin und Cannabinoiden. "Die Ergebnisse des geschlechtsspezifischen Unterschiedes sind ein Zufallsprodukt", erklärte R. Adron Harris von der University of Texas.

Das GIRK2-Protein ist Teil jenes Systems, durch das ein Medikament oder ein Botenstoff (Neurotransmitter) das Schmerzsignal im Nerv dämpft. Es ist für die elektrische Signalübertragung zwischen den Nervenzellen wichtig. Die Wissenschaftler stellten beim Vergleich von normalen Mäusen mit Mäusen, bei denen ein "Knock-out" des GIRK2-Gens erfolgte, einen Unterschied zwischen den Geschlechtern fest. Fehlte GIRK2, lag die Schmerzgrenze deutlich niedriger als bei normalen Tieren. Die Schmerztoleranz-Grenze entsprach bei diesen jener von weiblichen Mäusen.

Zur Überraschung der Forscher aktivierten beinahe alle Schmerzmittel GIRK2 – aber nur bei bei den männlichen Versuchstieren. Bei den "Knock-out"-Tieren, wirkten Medikamente, die normalerweise bei den Männchen besser wirken, bei beiden Geschlechtern gleich. Die Tatsache, dass Schmerzmittel bis zu einem gewissen Grad, selbst wenn GIRK2 fehlt, wirken, lässt die Forscher annehmen, dass es eine unterschiedlichen und vielleicht noch nicht entdeckten Mechanismus für die Schmerzempfindung gibt. Bei der Übermittlung von Schmerzsignalen spielt GIRK2 sowohl bei Männern als auch bei Frauen eine unterschiedliche Rolle.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pnas.org
http://www.ucsf.edu
http://www.utexas.edu/pharmacy/harris

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