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Lymphknoten-Entfernung: Nutzen oder Schaden?

14.11.2002


Deutsche Krebshilfe fördert immunologisches Forschungsprojekt



Die Wissenschaftler wollen überprüfen, ob die Entfernung des Lymphknotens die natürliche Abwehr gegen den Tumor beeinträchtigt oder sogar verhindert. Denn in den lymphatischen Geweben werden spezifische Abwehrreaktionen gegen Krankheitserreger - und auch gegen Krebszellen gebildet. Die körpereigene Abwehrreaktion reicht jedoch in den meisten Fällen nicht aus, um das Krebswachstum zu verhindern.



Das Forscherteam möchte die im Wächterlymphknoten ablaufenden Immunreaktionen detailliert untersuchen. Es soll überprüft werden, ob sich in diesem Lymphknoten auch spezifische Abwehrzellen gegen das maligne Melanom befinden. "Diese Informationen sind wichtig, um abzuschätzen, ob die Entfernung des Wächterlymphknotens negative Auswirkungen auf die immunologische Abwehr des Tumors hat", erklärt Dr. Becker. "Wir hoffen, durch die Untersuchungen nicht nur die körpereigene Abwehrreaktion gegen bösartige Tumorzellen besser zu verstehen, sondern auch Hinweise zu finden, wie die Immunabwehr so weit gefördert werden kann, dass der Körper das Wachstum von Tumoren besser kontrollieren kann", erläutert der Mediziner. Dies sei von großer klinischer Relevanz, um eine bessere Behandlung für Tumorpatienten entwickeln zu können.

Beim schwarzen Hautkrebs und beim Brustkrebs wird häufig der dem Tumor am nächsten liegende Lymphknoten entfernt. Denn in diesem so genannten Wächterlymphknoten setzen sich die ersten Absiedlungen des Krebses fest. Das entnommene Gewebe gibt Aufschluss darüber, ob sich der Tumor bereits im Körper ausbreitet und Metastasen bildet. Wissenschaftler der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Universität Würzburg unter Leitung von Dr. Jürgen Becker wollen jetzt am Beispiel des schwarzen Hautkrebses untersuchen, ob diese Vorgehensweise tatsächlich immer nützlich und sinnvoll ist. Denn die Entfernung des Lymphknotens kann möglicherweise auch die körpereigene Immunabwehr gegen die Krebszellen beeinträchtigen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit rund 210.000 Euro.

Ein Tumor breitet sich im Körper aus, indem er seine bösartigen Zellen über das Blut- und das Lymphsystem auf die unheilvolle Reise schickt. Dies macht den Tumor so gefährlich. Das maligne Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist ein bösartiger Tumor, der seit Jahren an Häufigkeit zunimmt. "Bis jetzt ist es leider noch nicht gelungen, eine für die Mehrzahl der Patienten erfolgreiche Behandlung zu entwickeln, sobald es zu Tumorabsiedlungen im Körper gekommen ist", sagt Dr. Becker. Sein Forscherteam arbeitet an einem von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projekt zur Untersuchung der körpereigenen Abwehr des schwarzen Hautkrebses. Auf dem Weg durch den Körper ist der Lymphknoten, der dem Tumor am nächsten liegt, die erste Zwischenstation der Krebszellen. Um möglichst genau festzustellen, ob sich die Krebszellen bereits auf ihrer lebensbedrohlichen Reise durch den Körper befinden, wird in der Regel dieser so genannte Wächterlymphknoten untersucht. Dazu muss der Lymphknoten operativ entnommen werden.

Die Broschüren "Hautkrebs" und "Schutz für die Haut ab 0" können kostenfrei bei der Deutschen Krebshilfe, Thomas-Mann-Straße 40, 53111 Bonn angefordert werden.

Dr. med. Eva M. Kalbheim | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

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