Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zielgenaue Höchstdosierung bei Krebsbehandlung

28.10.2002


Perfusionstherapie im Extrakreislauf ohne Nebenwirkungen



Eine neue Technologie soll die Krebs- und Thrombosetherapie wesentlich verbessern. Mit Hilfe dieser Therapie wird es möglich, hoch wirksame Medikamente auf mechanischem Weg zielgenau zum Tumor oder Gerinnsel zu transportieren. Darüber hinaus ist die so genannte Perfusionstherapie im Extrakreislauf wirksamer und verursacht weniger Nebenwirkungen. Achim Mumme von der Chirurgischen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und die Jostra AG haben die innovative Technologie weiterentwickelt. Mumme setzte das einfach zu bedienende und handliche Gerät nun erstmals zur Chemotherapie einer Krebserkrankung am Bein ein. Ein Erfahrungsbericht erfolgte heute, Freitag, auf der 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie in Mannheim.

... mehr zu:
»Chemotherapeutikum »Organ


Mit Hilfe spezieller Katheter, durch die erkrankte Stellen oberhalb und unterhalb abgeklemmt werden, können auch ganz kleine erkrankte Bereiche oder einzelne Organe zeitweise mit einem separaten Kreislauf versorgt werden. Die Herz- und Lungenfunktion des Kreislaufes übernimmt die kleine Maschine. Üblicherweise übernimmt die Herz-Lungen-Maschine während der Operation die Pumpfunktion des Herzens und hält damit den Blutkreislauf aufrecht, während die künstliche Lunge das Blut mit dem notwendigen Sauerstoff versorgt.

Der RUB-Mediziner hat die Herz-Lungenmaschine zweckentfremdet: Einzelne Organe oder Extremitäten werden vom übrigen Körperkreislauf isoliert und mit einem separaten Kreislauf versorgt. In diese können Mediziner nun z.B. Chemotherapeutika geben, die nur im isolierten Organ, nicht aber im übrigen Körper wirken sollen. Da damit die Nebenwirkungen außerhalb des Kreislaufs ausgeschlossen sind, werden im künstlichen Kreislauf die Medikamente extrem hoch dosiert. Nachdem die Therapie beendet ist, kann der Arzt den künstlichen Kreislauf wieder entfernen. Bisher haben Mediziner für dieses Verfahren komplizierte, kostenintensive Herz-Lungen-Maschinen aus der Herzchirurgie verwendet. Die neue Technologie kostet nur rund 20.000 Euro und könnte laut Entwicklern sogar von niedergelassenen Internisten angewendet werden.

Bisher konnten Ärzte bei Therapien mit hoch wirksamen Medikamenten (Chemotherapeutika, Fibrinolytika) nur ungenügend helfen, da diese aufgrund von Nebenwirkungen lediglich sehr gering dosiert werden konnten. Bei der herkömmlichen Therapie verteilen sich die Medikamente im gesamten Körper. Nur ein geringer Anteil der Medikamente wirkte dort, wo sie auch benötigt wurden. Im übrigen Körper konnten die Medikamente Schaden anrichten. Mediziner forschten daher seit mehr als zwanzig Jahren intensiv nach "intelligenten" Medikamenten, die ausschließlich in kranken Organen wirken.

Sandra Standhartinger | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

Weitere Berichte zu: Chemotherapeutikum Organ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Proteomik hilft den Einfluss genetischer Variationen zu verstehen
27.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE