Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fokussierte Solarenergie konkurriert mit Laserchirurgie

19.08.2002


Mini-Schüssel konzentriert Sonnenstrahlen um das 15.000-fache

Forscher des Jacob Blaustein Institute for Desert Research der Ben-Gurion-University of Negev haben die ersten Versuche auf dem Gebiet der Solar-Chirurgie durchgeführt. Dabei wird Gewebe mit konzentriertem Sonnenlicht erwärmt, berichten die Forscher in der aktuellen Online-Ausgabe von Nature. Die Sonnenstrahlen könnten eines Tages zur Entfernung von Tumoren eine Alternative zur Laserchirurgie darstellen. Die Technologie habe zudem das Potenzial, Solarkraft kostengünstiger nutzbar zu machen, indem Sonnenlicht auf kleinen Solarpanelen konzentriert wird.

Die Technologie basiert auf einer gebogenen, plattenförmigen Mini-Schüssel mit einem Durchmesser von 200 mm, die Sonnenlicht auf einem Punkt fokussiert und dieses um das 15.000-fache konzentriert. "Wir wollen Sonnenlicht auf einen Wert im Bereich nahe der Sonne konzentrieren", erläuterte Jeffrey Gordon vom Jakob Blaustein Institute. Die Schüssel bündelt das Licht in ein Glasfaserkabel, das den Strahl theoretisch über das Krankenhausdach in den Operationssaal leiten könnte. Gordon schlägt die Schüssel für den Einsatz in Entwicklungsländern vor, da sie im Gegensatz zur Laserausrüstung wesentlich billiger sei. "Eine einzige Lasereinheit kostet mehr als 100.000 Dollar. Die Kosten der Solar-Einrichtung, die serienmäßig produzierte Bestandteile inkludiert, liegen bei rund 1.000 Dollar", betonte der Forscher.

Das Team um Gordon testete den Sonnenstrahl an Hühnerbrüsten und -leber. "Die Wirkung auf das Gewebe war mit der Erwärmung durch Laser vergleichbar", so der Leber-Chirurg Solly Mizrahi von der Ben-Gurion-University. Beschränkungen gebe es trotz der optimalen Einsatzmöglichkeit für Leberoperationen. So könnten z.B. keine Notoperationen durchgeführt werden, denn eine vorbei ziehende Wolke mache bereits einen Eingriff unmöglich. Aus diesem Grund sei die Technologie auf sonnige Standorte beschränkt, so Gordon.

Die Forscher sehen ein großes Zukunftspotenzial der Schüssel in der Solarenergie-Industrie. Man hofft, dass durch die Technologie die Kosten der sonnen-generierten Energie gedrosselt wrden können. Bestehende Solarzellen konvertieren Sonnenlicht direkt in Elektrizität. Die Solarzellen sind zwar effizient, aber ihre Halbleiter-Materialen teuer. Fokussiere man eine große Sonnelichtmenge auf einen Mini-Chip wäre die ein bedeutender Kostenvorteil, so die Forscher. Erste Versuche haben bereits gezeigt, dass eine einzige Schüssel bis zu fünf Watt Energie generiert. In einer Serie aneinandergereiht könnte eine 60-Watt-Glühbirne zum Leuchten gebracht werden.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.bgu.ac.il/BIDR
http://www.bgu.ac.il/index.php
http://www.nature.com/

Weitere Berichte zu: Laserchirurgie Solarenergie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie