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Botulinumtoxin beseitigt Kopfschmerz

19.06.2002


Hohe Erfolgsrate durch Botox-Injektionen – Kritiker: Untersuchungen sind unzureichend

Kleine Mengen des Botulinumtoxins sollen lähmende Kopfschmerzen verhindern. Noch vor dem Jahrestreffen der US-Kopfschmerz-Gesellschaft spricht der Neurologe Todd Troost vom Wake Forest University Baptist Medical Center im Rahmen einer Pressekonferenz von einer Erfolgsrate von 92 Prozent, wurden den Patienten Botulinum-Toxin-Injektionen verabreicht. Auf Kopfschmerz-Medikamente reagierten die Probanden laut Troost nicht mehr. Weltweit leiden rund fünf Prozent der Bevölkerung an chronischem Kopfschmerz.

Botox ist die gereinigte Form des Botulismus verursachenden Toxins. Es lähmt die Muskeln für rund drei Monate. Für die Kopfschmerz-Behandlung wird Botox in die Muskeln rund um die Augen und in die Stirn gespritzt. Betrifft der Schmerz den gesamten Kopf sind auch weitere Injektionsstellen wie Nacken und Schultern möglich. Die Studie wurden an 134 Patienten mit Migräne bzw. Spannungskopfschmerz und bei chronischen Kopfschmerz-Patienten durchgeführt. Laut dem Neurologen besserten sich mit dem Mittel die Symptome in neun von zehn Fällen. Im Vergleich dazu habe ein Großteil der Probanden auf zumindest drei Kopfschmerzmittel nicht mehr angesprochen.

Die Patienten erhielten in Dreimonats-Intervallen ein bis vier Botox-Behandlungen. Nach jeder Behandlung mussten sie die Ergebnisse auf einer Fünfpunkte-Skala notieren. Insgesamt berichteten 84 Prozent von einer Verbesserung. Bei jenen, die vier Mal eine Botox-Spritze erhielten, sprachen gar 92 Prozent von einer signifikanten Verbesserung. Troost behauptet, dass die deutliche Verbesserung nicht unbedingt bei der ersten Behandlung eintreten muss und zwei bis drei Behandlungen erst den Erfolg bringen können.

Während Troost die Vorteile von Botox erwähnt, so sei die Substanz billiger und mit weniger Nebenwirkungen verbunden als herkömmliche Medikamente, äußern andere Neurologen Bedenken über die Verwendung von Botox bei Kopfschmerz. "Es gibt zurzeit noch zu wenige veröffentlichte Untersuchungen und das Mittel noch vor der bewiesenen Wirkung einzusetzen ist erschreckend", so Peter Goadsby vom neurologischen Institut des University College London in einem BBC-Bericht. Troost geht aber davon aus, dass sich die Substanz als eines der "wichtigsten Mittel zur vorbeugenden Therapie von Kopfschmerzen" durchsetzen wird. Aufgrund seiner lähmenden Wirkung wird das starke Gift auch in Schönheitskliniken zur Straffung der erschlafften Gesichtsmuskeln eingesetzt und so Falten zu beseitigen.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.wfubmc.edu/

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