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Medikament gegen Diabetes bedingte Blindheit

05.06.2002

Noch in diesem Jahr beginnen an der University of Melbourne klinische Tests für ein Medikament, das auf schmerzlosem Weg und ohne Schädigung zur Behandlung von Blindheit bei Diabetikern eingesetzt werden soll. Das Medikament blockiert einen wichtigen Weg, an dessen Ende ein Produkt steht, das bei Diabetikern Blindheit und Augenschäden bewirkt. Diabetes ist weltweit die Hauptursache für Erblindung im Erwachsenenalter. Die Forschungen werden fünf Jahre lang von der in den USA stationierten Organisationen Juvenile Diabetes Research Foundation (JDRF) und dem National Health and Medical Research Council mit 4,7 Mio. Dollar unterstützt.

Die Forschung soll im ersten Schritt zu einem besseren Verständnis über den chemischen Weg der Erblindung (diabetische Retinopathie) bzw. des Nierenversagens (diabetische Nephropathie) und in der Folge zu einem wirksamen Medikament führen. Die Wissenschaftler gehen von einem Behandlungserfolg der Diabetes and Vascular Biologie Laboratories aus. Das Team um die Laborleiterin Jennifer Wilkinson-Berka entdeckte, dass ein Bluthochdruck-Medikament auch Nierenprobleme bei Diabetikern beseitigte. Das chemische System, das bei Diabetikern zu Bluthochdruck führte, schien der selbe Grund für ein Nierenversagen zu sein. Das so genannte Renin-Angiotensin-System (RAS) wird durch einen hohen Blutzuckerspiegel ausgelöst. Das Endprodukt Angiotensin verursacht Zellwachstum. Das Bluthochdruck-Medikament blockiert dieses chemische System.

Bisher nahmen Diabetiker das Medikament lediglich zur Behandlung von Nierenschäden. Wilkinson-Berka untersuchte in der Folge am Rattenmodell, ob das Medikament auch bei Augenschäden Wirkung zeigt. Es zeigte sich, dass das Renin-Angiotensin-System bei einem hohen Blutzuckerspiegel auch in den Augen präsent und aktiv war. Tests mit zwei Angiotensin blockierenden Medikamenten zeigten, dass das Wachstum von Blutgefäßen in Augen und Nieren gestoppt wurde. Angiotensin führt vermutlich zu einem zu schnellen Wachstum der Augen-Blutgefäße, deren unnatürliche Form zu Blutungen bzw. zu einer graduellen Netzhautablösung führen kann. Ähnliche Schädigungen der Blutgefäße der Nieren, die ein Nierenversagen zur Folge haben können, sind anzunehmen. Bestehende Therapien einer Retinopathie bestehen darin, mit einem Laser hunderte kleine Löcher in die Netzhaut zu brennen. Auf diesem Weg werden geschädigte Blutgefäße beseitigt. Die Behandlung ist wirksam, Schäden und wiederkehrende Augenprobleme sind aber nicht auszuschließen.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.unimelb.edu.au/

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