Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Allergische Reaktionen auf Metallimplantate

31.05.2002


Forschungsprojekt am Klinikum der Universität München: Der Einsatz vom Implantatmaterialien nimmt ständig zu: Osteosynthese, Gelenkersatz, Stents zur Gefäßerweiterung, HNO-ärztliche und dentale Implantate sind Standards der Medizin. So werden allein in Deutschland pro Jahr 120.000 neue Hüftprothesen eingesetzt, mit denen die Patienten jahrelang leben. Wie entstehen allergische Reaktionen auf Implantate?

Jedes Einbringen von Implantaten führt zunächst zu einer Entzündung, die sich mehr oder weniger stark auswirkt. Ausmaß und Dauer werden durch die Materialeigenschaft, Lokalisation und Gewebeeigenschaften und nicht zuletzt durch die immunologische Abwehrmöglichkeit des Patienten bestimmt. Die häufigsten allergischen Entzündungsreaktionen sind lokale oder ausgedehnte Ekzeme, Schwellungsreaktionen und die sogenannte Nesselsucht (Urtikaria). Aber auch nichtinfektiöse Knochenmarksentzündungen (Osteomyelitis) kommen als allergische Reaktion auf Stahldraht-Cerclagen vor. Ekzeme können nach Metalleinbringung zur Knochenbruchbehandlung oder nach Einsetzen von Knie- oder Hüftprothesen auftreten. Heilen diese nach Materialentfernung ab, so steigt der Verdacht auf ein allergisches Ekzem. Viele Fragen zur Entstehung dieser Unverträglichkeitsreaktionen und zu diagnostischen Möglichkeiten bleiben bisher unbeantwortet, so dass sich eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe um Privatdozent Dr. Peter Thomas fand, die allergische Reaktionen auf Metallimplantate untersucht. "Man kennt das Phänomen, dass sowohl Patienten mit bekannter Metallallergie als auch bisher nicht allergische Patienten auf Implantate reagieren," so Thomas, Dermatologe am Klinikum der Universität München. "Etwa 12 % der Bevölkerung hat eine Nickelallergie, bis zu 5 % reagieren auf Kobalt und Chrom. Für uns stellte sich daher die Frage, welche Mechanismen zu einer Unverträglichkeit von in den Körper eingebrachten Metallen führen sowie unerwarteterweise selbst bei bekannter Metallallergie die Implantatsverträglichkeit zulassen."

In der Arbeitsgruppe, die Hausärzten, Chirurgen und Orthopäden bei der Behandlung der betroffenen Patienten mit Forschungsergebnissen zur Seite steht, sind Spezialtechniken und -wissen entstanden, die zusätzliche Untersuchungen ermöglichen. Bei der Untersuchung werden sowohl ein erweiterter Epikutantest durchgeführt als auch Blutproben im Lymphozyten-Transformationstest verarbeitet. Auch Gewebeproben können untersucht werden, um Informationen über die Unverträglichkeitsreaktionen zu erhalten.


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Privatdozent Dr. med. Peter Thomas
Telefon 089-5160-6175 
Peter.Thomas@derma.med.uni-muenchen.de

S. Nicole Bongard | idw

Weitere Berichte zu: Ekzem Hüftprothese Implantat Metallimplantat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wellen schlagen

Computerwissenschaftler verwenden die Theorie von Wellenpaketen, um realistische und detaillierte Simulationen von Wasserwellen in Echtzeit zu erstellen. Ihre Ergebnisse werden auf der diesjährigen SIGGRAPH Konferenz vorgestellt.

Denkt man an einen See, einen Fluss oder an das Meer, so sieht man vor sich, wie sich das Wasser kräuselt, wie Wellen gegen die Felsen schlagen, wie Bugwellen...

Im Focus: Making Waves

Computer scientists use wave packet theory to develop realistic, detailed water wave simulations in real time. Their results will be presented at this year’s SIGGRAPH conference.

Think about the last time you were at a lake, river, or the ocean. Remember the ripples of the water, the waves crashing against the rocks, the wake following...

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Maßgeschneiderte Nanopartikel gegen Krebs gesucht

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

29.06.2017 | Geowissenschaften

Wellen schlagen

29.06.2017 | Informationstechnologie