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Neue Qualität der Tumordiagnostik

16.05.2002


Die Universitätsklinik Ulm hat einen der ersten beiden PET/CT-Hybrid-Scanner mit Vier-Zeilen-Multidetektor in Deutschland


In der Abteilung Nuklearmedizin (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Sven Norbert Reske) der Universität Ulm ist Mitte April einer der ersten beiden PET/CT-Hybrid-Scanner mit Vier-Zeilen-CT-Multidetektor in Deutschland (der andere befindet sich in Essen) in Betrieb genommen worden. Das Gerät wird zum Stückpreis von 2,1 Mio. Euro von General Electric, Milwaukee, produziert. Damit steht im Universitätsklinikum Ulm eine Weltneuheit für die Patientenversorgung zur Verfügung, die in einem einzigen einfachen und zeitsparenden Untersuchungsgang die besten Eigenschaften der in der Tumordiagnostik bereits fest eingeführten Positronen-Emissions-Tomographie mit denen der hochauflösenden Computer-Tomographie verbindet.

Die Abteilung Nuklearmedizin setzt bereits seit mehr als zehn Jahren die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) erfolgreich in der onkologischen Diagnostik ein. Im Unterschied zur Computer-Tomographie wird hierbei kein Kontrastmittel gespritzt, sondern dem Patienten radioaktiv markierter Traubenzucker in eine Vene injiziert. Tumorzellen, die einen gegenüber normalem Gewebe gesteigerten Stoffwechsel haben, reichern den Zucker vermehrt an und können so mit einem hochauflösenden PET-Gerät sichtbar gemacht werden. Die Strahlenexposition ist hierbei nicht höher als bei einer vergleichbaren Röntgenuntersuchung. Da aber nicht in allen Fällen eine Tumor-Anreicherung sicher einer anatomischen Struktur zugeordnet werden kann, wird in der Regel zusätzlich eine Computer-Tomographie angefertigt und mit den PET-Bildern am Röntgenschirm verglichen. Manchmal ist es jedoch selbst für geübte Spezialisten schwierig, die Bildresultate in Deckung zu bringen, da insbesondere anatomisch feine Strukturen durch den Zeitabstand zwischen den beiden unterschiedlichen Untersuchungen unterschiedliche Lagen einnehmen können. Wenn allerdings eine Therapie-Entscheidung davon abhängt, ob eine Nachbarstruktur durch Tumorzellen infiltriert ist, bzw. die Lage eines Lymphknotens die operative Planung beeinflusst, ist eine möglichst genaue Kongruenz der Untersuchungsergebnisse unerlässlich.


Diese Bedingung erfüllt der neue PET/CT-Hybrid-Scanner: da in einem Prozess beide Untersuchungen ohne Umlagerung des Patienten durchgeführt werden, lassen sich die Bilder am Computer in bislang nicht gekannter Präzision und Auflösung zur Deckung bringen. An einer Hochleistungs-Grafikstation ist zum Beispiel sogar eine virtuelle Bronchoskopie möglich, wobei der Arzt durch das Bronchialsystem des Patienten "fliegen" und die Lage einer verdächtigen Läsion genau bestimmen kann. Für den Patienten ergibt sich daraus keine zusätzliche Belastung. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sich mit dem neuen Gerät die Untersuchungszeit von bisher bis zu 90 Minuten in konventioneller Technik auf jetzt 30 Minuten reduziert - bei zugleich besserer Bildqualität. Die ersten, in vierwöchigem Betrieb gesammelten Erfahrungen übertreffen alle Erwartungen. Selbst kleine Veränderungen der Pleura (Brustfell), betont Prof. Reske, lassen sich exakt zuordnen. Die jetzt erzielbare diagnostische Genauigkeit stellt im Einzelfall das therapeutische Management des Patienten auf eine solidere Basis und bedeutet eine neue Qualität der Tumordiagnostik.

Peter Pietschmann | idw

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