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Beatmungstherapie kann Risiko der bösartigen Herzrhythmusstörungen verringern

29.10.2010
Deutsche Stiftung für Herzforschung zeichnet Arbeit mit August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis aus

Trotz intensiver Forschungsbemühungen gehört die Herzschwäche zu den drei häufigsten Todesursachen in Deutschland. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland 1,8 Millionen Menschen an einer fortgeschrittenen Herzschwäche.

Bei einer Herzschwäche erhöht sich das Risiko einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung. Inwiefern dieses Risiko insbesondere bei Herzinsuffizienzpatienten mit einer schlafbezogenen Atmungsstörung zunimmt und ob es sich durch eine Therapie wirksam verringern lässt, ist Gegenstand einer von der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) ausgezeichneten Forschungsarbeit.

Die Beobachtungsstudie des Kardiologen Dr. med. Thomas Bitter vom Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen mit dem Titel „Adaptive Servoventilation therapy reduces the risk of malignant arrhythmic events in patients with congestive heart failure and Cheyne-Stokes respiration – an observational study“ wurde in Nürnberg mit dem August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis für das Jahr 2010 ausgezeichnet. Der mit 15000 Euro dotierte Preis wird alljährlich von der DSHF für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der patientennahen Herz-Kreislauf-Forschung verliehen.

Belegt ist, dass mit einer schlafbezogenen Atmungsstörung, der sog. Cheyne-Stokes-Atmung, eine erhöhte Sterblichkeit einhergeht. Bei dieser Atmungsstörung geht der Atemrhythmus mit zu- und abnehmender Atemtiefe und nachfolgenden Atempausen einher. Ob nun diese Übersterblichkeit möglicherweise durch vermehrt auftretende Herzrhythmusstörungen bedingt ist und ob diese mit Hilfe einer Beatmungstherapie bei Patienten mit Herzschwäche und Cheyne-Stokes-Atmung wirksam reduziert werden können, versuchte Dr. Bitter in seiner Arbeit zu klären.

Beatmungstherapie verringert Risikofaktor Herzrhythmusstörungen

„Dank der Ergebnisse dieser Studie wissen wir nun mehr über eine Risikokonstellation für Herzinsuffizienz-Patienten: Patienten mit Cheyne-Stokes-Atmung sind einem erhöhten Risiko für das Auftreten von bösartigen Herzrhythmusstörungen ausgesetzt“, sagt Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der DSHF. „Zugleich konnte in der prämierten Studie gezeigt werden, dass mit Hilfe der Beatmungstherapie, der adaptiven Servoventilation, dieses Risiko wirksam verringert werden kann.“ Bei dieser Therapie sorgt ein Gerät je nach Einatmungs- und Ausatmungsdruck des Patienten für eine Druckunterstützung und somit für eine Stabilisierung der Atmung.

Zunahme von Lebensqualität und Herzleistung?

Dr. Bitter untersuchte Patienten mit Herzinsuffizienz und implantiertem Kardioverter-Defibrillator (ICD). Während der Beobachtungsphase wurden die dokumentierten bösartigen von der Herzkammer ausgehenden (ventrikulären) Herzrhythmusstörungen ebenso wie die entsprechenden Therapieabgaben des Defibrillators analysiert.

Ergebnis: Das ereignisfreie Überleben ist deutlich kürzer in der Gruppe der Patienten mit unbehandelter, mittel- bis schwergradiger Cheyne-Stokes-Atmung als in den Patientengruppen mit behandelter mittel- bis schwergradiger, nicht vorhandener bzw. nur leichtgradiger Cheyne-Stokes-Atmung. Zugleich fand sich bei den behandelten Patienten, verglichen mit den unbehandelten, u.a. eine Funktionsverbesserung des Herzens.

„Wir erwarten von den Ergebnissen nicht nur eine Senkung der Sterberaten insbesondere bei Herzschwächepatienten mit Cheyne-Stokes-Atmung, sondern auch eine Zunahme der Herzleistung und Lebensqualität“, betont der Preisträger.

Informationen:
Deutsche Herzstiftung /
Deutsche Stiftung für Herzforschung
Pressestelle:
Michael Wichert /Pierre König
Tel. 069/95 51 28-114/-140
Fax: 069/95 51 28-345
E-Mail: wichert@herzstiftung.de/

Pierre König | idw
Weitere Informationen:
http://www.dshf.de
http://www.herzstiftung.de

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