Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bauchspeicheldrüsenkrebs lauert Jahre im Körper

28.10.2010
Langsam wachsende Tumore - Frühzeitige Erkennung möglich

Bauchspeicheldrüsenkrebs kann - bevor er ausbricht - bereits seit vielen Jahren im Körper lauern. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Howard Hughes Medical Institute und der Johns Hopkins University. Die Forschungsergebnisse weisen auf frühere Möglichkeiten, die Krankheit zu erkennen und zu behandeln, hin. Bauchspeicheldrüsenkrebs endet in 95 Prozent der Fälle tödlich.

Häufig aggressiv

Die genetische Analyse von Tumoren hat jetzt ergeben, dass die ersten Mutationen 20 Jahre früher auftreten als sie dann letal werden. Die Überlebensrate hat sich z.B. in Großbritannien laut BBC in den letzten 40 Jahren nicht verbessert. Die Krankheit ist zum Zeitpunkt der Diagnose häufig aggressiv und spricht auf eine Behandlung nicht an. Die in Nature http://www.nature.com veröffentlichte Studie geht daher von langsam wachsenden Tumoren aus.

Die Wissenschaftler untersuchten Gewebeproben, die von primären Tumoren in der Bauchspeicheldrüse und aus anderen Bereichen des Körpers, also von Metastasen, stammten. Die DNA in jedem Gen dieser Tumore wurde sequenziert und nach Anzeichen für Mutationen gesucht. Jeder metastasische Tumor verfügte durchschnittlich über 61 krebsbedingte Mutationen. Zwei Drittel dieser Mutationen konnten auch im Tumor in der Bauchspeicheldrüse nachgewiesen werden.

11,7 Jahre

Derartige genetische Mutationen entstehen mit einer relativ gleichmäßigen Geschwindigkeit. Aus diesem Grund liefert die Ansammlung der Mutationen einen Hinweis darauf, wie lange sich die Krebserkrankung in den einzelnen Stadien der Krankheit bereits entwickelt hat. Mit Hilfe dieser molekularen Uhr schätzten die Wissenschaftler, dass es durchschnittlich 11,7 Jahre dauerte bis eine einzelne genetische Mutation in einer Zelle der Bauchspeicheldrüse zu einer fertigen Tumorzelle wurde.

Danach dauerte es durchschnittlich weitere 6,8 Jahre bis sich Metastasen bildeten. War dieses Stadium erreicht, vergingen in den meisten Fällen bis zum Tod des Patienten weniger als drei Jahre. Es ist also laut den Wissenschaftlern davon auszugehen, dass die Entwicklung der Krankheit im Durchschnitt mehr als 20 Jahre dauerte.

Früherkennung möglich

Laut dem Wissenschaftler Bert Vogelstein hatte es zwei Theorien gegeben, warum Tumore der Bauchspeicheldrüse so tödlich sind: Entweder, dass sie von Anfang an sehr aggressiv sind oder, dass die Krankheit zum Zeitpunkt der Diagnose bereits sehr weit fortgeschritten ist. Es zeigte sich, dass die zweite Theorie zumindest bei einem Großteil der Tumore zutrifft. Daher gebe es glücklicherweise eine Möglichkeit, Bauchspeicheldrüsenkrebs frühzeitig zu erkennen.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.hhmi.org
http://www.jhu.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Spezialisten-Zellen helfen Gedächtnis auf die Sprünge
17.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie