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BASA II deckt Gefährdungen durch ungünstige Arbeitsbedingungen auf

07.10.2011
Belastungen am Arbeitsplatz können vielfältiger Natur sein. Bisher ist aber wenig erforscht, wie etwa Lärm oder Staub aus Sicht der Beschäftigten bewertet werden.

Daher hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) am Standort Berlin unter der Leitung von Dr. Gabriele Richter das Screeningverfahren BASA (Psychologische Bewertung von Arbeitsbedingungen - Screening für Arbeitsplatzinhaber) entwickelt. Mit dieser kostenlosen Software können Betriebe Gefahren für die Beschäftigten erkennen und frühzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen sowie Ressourcen zur Bewältigung von Belastungen aufbauen.

In zwei Studien wurde BASA inzwischen auf die Gültigkeit seiner Aussagen untersucht. Rund 2.800 Beschäftigte an etwa 150 verschiedenen Arbeitsplätzen in unterschiedlichen Branchen nahmen an den Befragungen teil. Möglich wurde diese hohe Teilnehmerzahl durch Kooperationen mit der Deutschen Telekom NO sowie der Techniker Krankenkasse.

BASA ergänzt sowohl Verfahren der Gefährdungsbeurteilung, die überwiegend Beobachtungsverfahren sind, als auch psychologische Arbeitsanalyseverfahren, die überwiegend Arbeitsinhalte bewerten. Neu bei BASA ist, dass nicht nur Negatives in die Bewertung einfließt, sondern auch positive Einflüsse berücksichtigt werden. Diese werden als Ressourcen bei der Ausführung der Arbeitsaufgaben angesehen. Außerdem sind je nach Bedarf und Betriebs- und Gruppengröße unterschiedliche Vorgehensweisen möglich: anonyme schriftliche Mitarbeiterbefragung, Beobachtungsinterview oder Gruppendiskussionen. Die kostenlose Software erlaubt die Erstellung von Fragebogen oder Merkmalslisten und die Auswertung der erfassten Daten. Die bisherigen Studienergebnisse lassen erkennen, dass Defizite bei den Arbeitsbedingungen weniger gestaltungsrelevant sind. Handlungsbedarf entsteht in vielen Fällen durch unzureichende Ressourcen.

BASA lässt sich an die untersuchten Arbeitstätigkeiten in jedem Unternehmen anpassen: Nicht zutreffende Merkmale können weggelassen werden. Auch können betriebspezifische Arbeitsbedingungen in die Bewertung aufgenommen werden.

Das Ziel von BASA besteht darin, förderliche und beeinträchtigende Bedingungen der Arbeit zu ermitteln, sie zu bewerten, um den Gestaltungs- und Diskussionsbedarf zu erkennen und anschließend geeignete Maßnahmen zu ergreifen. BASA soll außerdem Erkenntnisse darüber liefern, an welchen Stellen aus psychologischer Sicht eine bessere Gestaltung der Arbeitsbedingungen und der Aufbau von Ressourcen notwendig sind. Bei einzelnen Fragestellungen zeigt BASA-II auch einen möglichen Qualifizierungsbedarf an.

„Psychologische Bewertung von Arbeitsbedingungen - Screening für Arbeitsplatzinhaber II (BASA II). Validierung‚ Anwenderbefragung und Software“; Gabriele Richter, Martin Schatte, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2011; ISBN 987-3-88261-134-2, 175 Seiten. Der Bericht kann kostenlos unter http://www.baua.de/publikationen von der BAuA-Homepage heruntergeladen werden.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de

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