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Antibiotikaresistenz

21.08.2014

Forscher des Institut Pasteur, des CNRS, einem gemischten Team CNRS /Inserm/Universität Paris Descartes sowie des Wellcome Trust Sanger Instituts haben die Ursache für das Auftreten von Streptokokken-Infektionen der Gruppe B (GBS-Infektionen) in den 1960er Jahren bei Neugeborenen entdeckt. Die Ergebnisse zeigen, dass der massive Einsatz des Antibiotikums Tetracyclin seit den 1950er Jahren das plötzliche Auftreten dieser Infektionen verursacht hat.

B-Streptokokken (Streptococcus agalactiae) sind die Ursache für schwere neonatale Infektionen, die bei etwa einer von 2000 Geburten auftreten. Während des Platzens der Fruchtblase kann die Mutter den Erreger auf das Neugeborene übertragen. 

In den 1960er Jahren kam es in den Vereinigten Staaten und Europa zu einer Zunahme der B-Streptokokken-Infektionen bei Neugeborenen. Die Forscher fanden dafür zwei wichtige Ursachen: 

  • die B-Streptokokken-Population, die den Menschen besiedelt und infiziert, setzt sich aus einer kleinen Anzahl von Klonen mit sehr geringer genetischer Vielfalt zusammen
  • 90% der beim Menschen isolierten B-Streptokokken-Stämme sind resistent gegen Tetracyclin. 

Aufgrund dieser Ergebnisse vermuten die Forscher, dass der Einsatz dieses Antibiotikums dazu geführt hat, dass eine auf Antibiotika sensibel reagierende und nur gering gefährliche GBS-Population durch einige resistente Klone ersetzt wurde, die sich über alle fünf Kontinente verbreitet haben. 

Diese Studie unterstreicht die Notwendigkeit, nicht nur das direkte Risiko der Entwicklung einer Multi-Resistenz gegenüber Antibiotika zu betrachten, sondern auch deren Auswirkungen auf die Bakterienpopulationen, die die Normalflora des Menschen und der Tiere bilden. 

Kontakt:

-Myriam Rebeyrotte, Pressedienst – presse@pasteur.fr – +33 1 45 68 81 01 

Quelle: Pressemitteilung des Institut Pasteur – 04.08.2014 – http://www.pasteur.fr/fr/institut-pasteur/presse/documents-presse/histoire-l-emergence-infections-neonatales-streptocoque-b 

Redakteur: Louis Thiebault, louis.thiebault@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 274 vom 20. August 2014)

Französische Botschaften in Deutschland und Österreich

Louis Thiebault | Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

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