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Viel mehr als nur Draht... Internationales Kalibrierzentrum der TU Bergakademie Freiberg gegründet

17.05.2017

Nägel, Schrauben, Drahtseile, Schmuck, Klaviersaiten, Stromkabel – Draht ist aus dem Alltag nicht wegzudenken. Aber auch (Stahl-)Träger, die Führungsschienen in Aufzügen und viele andere Stäbe zählt die Fachwelt zu so genannten Langprodukten. Die Automobil-, Elektro-, Reifen- und Bauindustrie sind deren größte Abnehmer. Aber wie entsteht ein Langprodukt?

Die TU Bergakademie Freiberg bildet am Institut für Metallformung Ingenieure aus, die bereits während des Studiums die Theorie des Kalibrierens erlernen und die Erkenntnisse an Anlagen in industrienahem Maßstab praktisch bestätig bekommen.


Drahtbunde, für deren Erzeugung die Grundlagen am Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg ermittelt wurden (im Hintergrund Versuchswalzanlage)

TU Bergakademie Freiberg

Internationales Kalibrierzentrum der TU Bergakademie Freiberg kürzlich (15. März) gegründet.

Den Prozess des Formens der Drähte (Langprodukte) nennt man Kaliberwalzen. Der Kalibreur wählt die Formen und Abmessungen der Walzen aus und erstellt eine Walzreihenfolge. In diesen Ablauf des Kalibrierens spielen unterschiedlichste Anforderungen an die späteren Gebrauchseigenschaften der Produkte sowie werkstoff- und verfahrenstechnische Parameter hinein.

Sehr viele Industriebranchen (z.B. Bauindustrie, Anlagenbau, Automobilbau, Luft- und Raumfahrtindustrie, Medizintechnik) bedienen sich der Technologie des Kaliberwalzens, da unterschiedlichste Profilgeometrien und Erzeugnisformen herstellbar sind.

Es gibt deutschlandweit nur wenige Forschungs- und Ausbildungszentren, die sich mit diesem anspruchsvollen Prozess beschäftigen und Experten ausbilden.

Für den anstehenden Generationenwechsel in der metallverarbeitenden Industrie werden in den kommenden Jahren auf dem Arbeitsmarkt weltweit Experten auf dem Gebiet der Kalibrierung dringend gesucht. Die TU Bergakademie Freiberg bildet im Bereich der Umformtechnik am Institut für Metallformung u.a. Ingenieure aus, die bereits während des Studiums die Theorie des Kalibrierens erlernen und die Erkenntnisse an Anlagen in industrienahem Maßstab praktisch bestätig bekommen.

Vor diesem Hintergrund wurde das Internationale Kalibrierzentrum (IKZ) der TU Bergakademie Freiberg während der jährlichen umformtechnischen internationalen Tagung MEFORM 2017 am 15. März. Ziel ist es, die Methoden des Kalibrierens zu erweitern und neue Wege der analytischen sowie numerischen Verfahren zu erarbeiten.

Dabei sollen die verfahrens- und werkstofftechnischen Einflüsse in Zusammenhang mit einer ganzheitlichen Betrachtung des Umformvorganges in Bezug auf die Produkteigenschaften optimiert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die studentische Bildung und die Weiterbildung von Mitarbeitern der Industrie einschließlich praktischer Übungen im industriellen Umfeld einfließen.

Das Kalibrierzentrum ist eine für nationale und internationale Forschergruppen und industrielle Anwender offene Plattform. Das am Institut für Metallformung vorhandene Wissen (älteste Kalibrierschule Deutschlands, im Jahr 1928 gegründet) sowie die verfügbare Anlagentechnik stehen dem IKZ zur Verfügung.

Das Arbeitsprofil des Internationalen Kalibrierzentrums:
• Sammeln und Erweitern des Wissens auf dem Gebiet der Kalibrierung
• Erarbeiten neuer Methoden zur Entwicklung und Optimierung der Langprodukte- und Profilherstellung
• Entwicklung und Anwendung analytischer und numerischer Systeme zur Prozessoptimierung und -überwachung
• Weiterbildung des betriebstechnischen Personals

Die innerhalb des IKZ erarbeitenden Ergebnisse stehen den jeweils beteiligten Partnern bi- oder multilateraler Projekte zur Verfügung. Der Ergebnistransfer wird projektbezogen vertraglich vereinbart.

Weitere Informationen:

http://tu-freiberg.de/presse/viel-mehr-als-nur-draht-internationales-kalibrierze... Meldung auf der Uni-Homepage
http://tu-freiberg.de/fakult5/imf/forschung-0 Institutsseite

Madlen Domaschke | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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