Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einfache Fertigung verspricht billige organische Elektronik

26.03.2009
Großflächige, dünne Materiallösung wird per Laser strukturiert

Schwedische Forscher haben eine Methode entwickelt, die eine günstige Fertigung organischer Elektronik wie etwa flexible Displays oder Solarzellen in Aussicht stellt. Sie haben eine Möglichkeit gefunden, wie in großflächigen dünnen Materialfilmen die gewünschten Elektronikstrukturen auf schonende Art erzeugt werden können.

"Das ist ein wirklich praktischer Zugang", meint Ludvig Edman, Physiker an der Umeå University, im Gespräch mit pressetext. Er ist überzeugt, dass die neue Methode für die Massenfertigung interessant ist und sich auch gegen den Ansatz gedruckter organischer Elektronik durchsetzen könnte.

Grundsätzlich bieten organische elektronische Materialien den Vorteil, dass sie in Lösung großflächig aufgetragen werden können und das auch auf flexiblen Unterlagen wie Papier oder Plastik. Allerdings sei es bisher schwer gewesen, elektronische Strukturen aus dem leitfähigen Film zu fertigen, ohne damit die Materialeigenschaften negativ zu beeinflussen. "Wir haben nun eine Methode entwickelt, die uns erlaubt, Strukturen auf effiziente und schonende Art zu erstellen", sagt Edman. Dabei wird ein dünner Film aus einem kohlenstoffbasierten Material aufgetragen, das für Solarzellen und Transistoren genutzt wird. An den gewünschten Stellen erfolgt dann eine Belichtung per Laser, ehe der Film mit einem Lösungsmittel praktisch entwickelt wird und nur die mit Laser gefertigten Strukturen zurückbleiben. Auf diese Art konnten gut funktionierende Transistoren gefertigt werden, so Edman.

Wie Edman bestätigt, befassen sich viele Forschergruppen im Gegensatz zu seinem Team mit dem Druck organischer Elektronik. "Leitende Strukturen fehlerfrei zu drucken ist relativ schwierig", meint der Physiker. Gerade darin könne ein Vorteil des eigenen Zugangs liegen, da die Strukturierung im perfekt leitfähigen Film sehr einfach sei. Den Forschern zufolge ist ihre Methode auch gut skalierbar und kann damit sinnvoll zur Herstellung flexibler Elektronik in Fertigungsstraßen genutzt werden. Dass das subtraktive Verfahren auf den ersten Blick mehr Material verschwenden dürfte als ein Druckverfahren bestätigt Edman zwar. "Es kann aber ein sehr dünner Film genutzt werden", relativiert er. Für eine Materialschicht von 100 Nanometern Dicke haben die Forscher ihren Strukturierungsprozess erfolgreich demonstriert. Noch dünnere Materialschichten aufzutragen wären überhaupt kein Problem. "Die Frage ist, ob dann die Strukturierung noch funktioniert", sagt Edman. Das habe man noch nicht versucht, allerdings halte er das für wahrscheinlich. Ebenfalls noch zu klären wäre, ob die Methode für andere organische Elektronikmaterialien geeignet ist.

Die Arbeit der Forscher wurde unter dem Titel "Photo-Induced and Resist-Free Imprint Patterning of Fullerene Materials for Use in Functional Electronics" in der aktuellen Ausgabe des Journal of the American Chemical Society veröffentlicht.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.umu.se

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Studie InLight: Einblicke in chemische Prozesse mit Licht
22.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Eigenschaften von Magnetmaterialien gezielt ändern
16.11.2016 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie