Damit es Sie nicht kalt erwischt!

Wissenschaftler der Hohenstein Institute in Bönnigheim haben in Kooperation mit dem Schutzbekleidungsspezialisten Tempex GmbH aus Heidenheim innovative Lösungen für Kälteschutzkleidung erarbeitet. Die sogenannten Vollschutzsysteme, bestehenden aus Jacke und Hose, bieten bei deutlich vermindertem Gewicht eine optimale Wärmeisolation für tiefe Temperaturen.

Etwa 15.000 Menschen arbeiten allein in Deutschland bei kalten Temperaturbedingungen in Kühl- und Tiefkühlhäusern. Acht Stunden am Tag, das ganze Jahr über, bei bis zu -28°C, bedeuten harte Arbeitsbedingungen und gesundheitliche Belastung der Mitarbeiter. In einer solchen Arbeitsumgebung ist eine leistungsfähige, leichte und somit komfortable Kälteschutzkleidung mit hervorragender Wärmeisolation unentbehrlich.

Kälte fühlt sich nicht nur unangenehm an, sondern führt auf Dauer zu Unterkühlungen und Gesundheitsschäden mit vielfältigen negativen Konsequenzen. Die Abnahme des Reaktionsvermögens sowie der Aufmerksamkeit erhöhen das Unfallrisiko bei der Arbeit beträchtlich. Zu den langfristigen Folgen der Kältebelastung gehören Rheuma sowie chronische Erkrankungen von Atemwegen, Harnorganen oder Gefäßsystemen.

Das beträchtliche Gewicht der Schutzkleidung schränkt die Beweglichkeit des Trägers ein und fördert die Schweißbildung, was zu einem unangenehmen Tragegefühl führt. Auch bei tiefen Temperaturen wird infolge der körperlichen Anstrengung pro Stunde etwa 200 bis 220 g Schweiß produziert.

Verschwitzte Kleidung ruft nicht nur ein unangenehmes Nässegefühl hervor und reduziert das Wohlempfinden des Trägers erheblich. Durch Schweiß und Kondenswasser, das sich an der kühlen Oberfläche der Kleidung infolge von Temperaturunterschieden bildet, verringern sich insbesondere die Isolationseigenschaften der Schutzkleidung und der Körper verliert an Wärme.

Das Gewicht des neu entwickelten Kälteschutzanzugs, bestehend aus Latzhose und Jacke wurde bei gleich bleibender Wärmeisolation um 25 % reduziert. Des Weiteren sorgt eine hohe Atmungsaktivität der Kleidung, insbesondere an Körperstellen mit vielen Schweißporen wie Brust, Rücken-, Ober- oder Unterarmen für eine konkurrenzlos niedrige Schwitzrate. Die Schweißproduktion der Testpersonen reduzierte sich hier um etwa 50 % auf unter 100 Gramm pro Stunde.

Die Verbesserung gegenüber der „alten“ Konstruktion wurde durch den Einsatz eines speziellen, waschbaren Isolationsvlieses erreicht. Dieses Vlies wurde zusammen mit weiteren Konstruktionselementen je nach Körperzone ein- oder mehrlagig in die Kleidung eingearbeitet. Dieser variable und bedarfsgerechte Einsatz ermöglicht eine Verbesserung des Tragekomforts bei gleichzeitig guter Wärmeisolation und Luftdurchlässigkeit.

Durch das reduzierte Gewicht, die angepasste Wärmeisolation und optimierte Atmungsaktivität erhöhen sich Schutzfunktion und Tragekomfort des neuen innovativen Kälteschutzanzugs bedeutend.

Die im Projekt erzielten Ergebnisse ermöglichen die Entwicklung neuer innovativer Produkte, welche das Wohlbefinden der Träger und den Tragekomfort deutlich verbessern und am Markt einen entsprechenden Zuspruch erwarten lassen.

Media Contact

Désirée Ditrich Hohenstein Laboratories

Weitere Informationen:

http://www.hohenstein.de

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Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

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