Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fußball-WM: Ein Dormagener spielt überall mit

13.05.2002


Der präziseste Fußball aller Zeiten – Bayer-Werkstoffe machen’s möglich

Der Ball ist rund. Das gilt nach wie vor. Er wird auch nach wie vor von Hand zusammengenäht. Der Ball ist jedoch nicht mehr aus Leder, sondern aus High-Tech-Werkstoffen, die ihm eine bislang ungekannte Präzision verleihen. Die Rede ist vom Ball, um den sich in den nächsten Wochen alles drehen wird: Dem WM-Ball, von adidas gemeinsam mit Bayer-Experten entwickelt. Bayer-Produkte, hergestellt im rheinischen Dormagen, machen den offiziellen Spielball erst zum "präzisesten Fußball aller Zeiten", wie ihn ein FIFA-Experte nannte. Der Ball besteht zu rund 50 Prozent aus Bayer-Werkstoffen.

Die wichtigste Innovation, die in dem Ball steckt, ist der sogenannte "syntaktische Schaum" auf Basis des Bayer-Polyurethans Impranil®, der im Vergleich zum "Tricolore-Ball" der WM 1998 in Frankreich weiter entwickelt wurde: Der Schaum besteht aus gasgefüllten Mikrozellen, die extrem elastisch und äußerst widerstandsfähig sind. Sie sorgen dafür, dass der Ball nach dem Schuss sehr schnell wieder seine ursprüngliche Form annimmt. Er ist somit besser kontrollierbar und der Spieler kann die Flugbahn besser berechnen. Hunderte von Tests im adidas-Fußballlabor belegen es: Der Ball, mit Wucht "getreten" von einem Roboterbein, landet auch nach hunderten von Schüssen immer wieder an derselben Stelle.

"Fevernova™" lautet der Name des offiziellen WM-Balls, und auch Walter Schulz, Leiter des Dormagener Bayerwerks, ist schon längst vom WM-Fieber erfasst: "Ein Dormagener spielt in Japan und Korea immer mit", schmunzelt der Diplom-Ingenieur. "Wir von Bayer Dormagen sind stolz darauf, dass wir mit unseren Produkten zum wichtigsten Fußballereignis des Jahres beitragen."

Der oben beschriebene syntaktische Schaum ist eingebettet in einen aus mehreren Polyurethan-Schichten bestehenden Produktverbund, der auf ein textiles Gewebe aufgebracht wird. Die erste Schicht ist mit dem Fevernova™-Grundmuster bedruckt, das dem Ball einen edlen Hinterglaseffekt verleiht und zudem das aufgedruckte Muster dauerhaft vor Abrieb schützt. Danach werden weitere Schichten des Polyurethans auf Basis von Impranil® aufgetragen, darunter auch der Schaum. Die oberste Schicht besteht aus einer besonders strapazierfähigen Produktqualität. Nach dem Aushärten weisen die übereinander liegenden Schichten all die Eigenschaften auf, die bei der Produktentwicklung an den Ball der Bälle gestellt wurden: Abriebfest, elastisch, kälteflexibel sollte er sein – und natürlich wasserfest. Um letzteres zu überprüfen, gibt es im adidas-Prüflabor Tests, bei denen der Fevernova™ unzählige Male ins Wasser getaucht wird.

Die technischen Details des WM-Balls und die Testergebnisse, die allesamt über den strengen Vorgaben des Weltfußballverbandes liegen, ließen nicht nur FIFA-Experten ins Schwärmen kommen: Auch Weltklasse-Spieler wie Zinedine Zidane und David Beckham waren nach umfassenden Tests begeistert. In wenigen Tagen ist Anpfiff des ersten WM-Spiels, und einiges deutet darauf hin, dass das "Fevernova-Fieber" sich sehr schnell weiter ausbreiten wird...

BayNews Team | BayNews

Weitere Berichte zu: Dormagen Fußball-WM Schaum Schicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Mikroplastik in Meeren: Hochschule Niederrhein forscht an biologisch abbaubarer Sport-Kleidung
18.09.2017 | Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences

nachricht Flexibler Leichtbau für individualisierte Produkte durch 3D-Druck und Faserverbundtechnologie
13.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik